Rückhalt zwischen den Pfosten

Vor einer Woche zeigte Neuzugang Conny Holz schon einige Glanzparaden. Auch am Sonntag, im Heimspiel gegen die HSG Wittlich, steht die Schlussfrau für den Handball-Oberligisten HSV Püttlingen im Tor.

Die 29:35-Niederlage zum Saisonauftakt in der Oberliga beim FSV Mainz 05 II hat die Handballfrauen des HSV Püttlingen nicht aus der Bahn geworfen. Am Sonntag soll es beim ersten Heimauftritt ab 16 Uhr in der Püttlinger Trimm-Treff-Halle gegen die HSG Wittlich besser laufen.

Die Niederlage vom ersten Spieltag ist verdaut, der Blick geht wieder nach vorne. Es wartet die nächste schwere Aufgabe auf den HSV Püttlingen . Die HSG Wittlich gehört, wie auch der FSV Mainz 05 II, zu den stärksten Mannschaften der Oberliga. Trotzdem begegneten sich beide Mannschaften in den jüngsten Spielen der Vergangenheit auf Augenhöhe. "Wir haben in den vergangenen beiden Jahren unser Heimspiel jeweils mit einem Tor verloren. Nun wollen wir Wittlich natürlich noch mehr ärgern", sagt HSV-Trainer Hans-Werner Müller. Personell kann er dabei am Sonntag aus dem Vollen schöpfen.

Auch die Neuzugänge, die bisher alle zu überzeugen wussten, sind dabei. Eine von ihnen ist Torhüterin Conny Holz, die vor der Saison von Saarlandligist FSG Dirmingen/Schaumberg zu den Püttlingerinnen kam. Sie zeigte schon in Mainz einige Glanzparaden, auch wenn es nicht reichte, die Niederlage zu verhindern. Den Unterschied zwischen Saarlandliga und Oberliga hat sie schon zu spüren bekommen. "Gerade auch von der Trainingsintensität ist es etwas ganz anderes als in meinem ehemaligen Verein. Ich fühle mich so fit wie noch nie", sagt die 26-Jährige.

Im Tor wechselt sie sich mit der oberligaerfahrenen Kathrin Lill ab. Den Konkurrenzkampf stellt sie aber klar hinten an. "Wir haben insgesamt einen guten Teamgeist. Alle Neuen sind gut aufgenommen worden", sagt Conny Holz. "Mir war es wichtig, dass es auch mit der anderen Torfrau menschlich gut passt. Das hat am Ende unter anderem den Ausschlag für meinen Wechsel nach Püttlingen gegeben", ergänzt sie. Gegen Mainz stand die 26-Jährige vor einer Woche die meiste Zeit zwischen den Pfosten. "Der Konkurrenzkampf steht im Hintergrund. Wichtig ist, dass jemand Verlässliches da ist, falls man selbst mal einen schlechteren Tag hat", erklärt Holz.

Den kommenden Gegner kennt sie noch nicht, hat also auch keine negativen Erfahrungen mit ihm gesammelt. Doch der Gegner scheint der ehrgeizigen Torfrau sowieso nicht allzu wichtig zu sein. "Wir wollen zuhause frei aufspielen und uns als neu zusammengestelltes Team den Zuschauern vorstellen und gut präsentieren", sagt Holz und ergänzt: "Ich persönlich will zeigen, dass ich von meinem Können her in diese Liga gehöre."

Sie hofft, dass ihr Team aus den Fehlern, die es in Mainz gemacht hat, gelernt hat. Ebenso wie ihr Trainer Müller. "Wir haben einige Spielerinnen in den Reihen, die noch keine Oberliga-Erfahrung hatten. Teilweise waren sie überrascht, wie schnell und hart es da zugeht", sagt Müller und fügt an: "Aber ich muss sagen, sie haben sehr gut darauf reagiert und werden sich schnell an das Niveau anpassen." Auch von seiner neuen Schlussfrau ist er durchaus überzeugt. "Conny ist sehr ehrgeizig im Training und im Spiel und hat auf jeden Fall das Zeug zu einer guten Oberliga-Torhüterin", findet Müller.