Rost zerfrisst Museumsstücke

Sicher, es sind keine großartigen Schätze, die das winzige Museum im Turm der Burg Bucherbach beherbergt. Schade ist es dennoch, dass dort die in und an der Burg gefundenen Eisenteile seit Jahren vom Rost zerfressen werden. Der Völklinger Verein „Die Tafelrunde“ ist Pate dieser Burg. Die Stadt Pütttlingen will mit dem Konservatoramt Kontakt aufnehmen.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, in Püttlingen werde das alte Eisen zum alten Eisen geworfen: Das winzige Museum in einer Turmstube der Burg Bucherbach zeigt Fundstücke aus der Burg und ihrem Umfeld - aber ein paar der Ausstellungsstücke wird es wohl nicht mehr lange geben, denn die Eisenteile in den Vitrinen rosten munter vor sich hin: Ein Besuch zeigt, dass die Kleinteile, etwa von alten Werkzeugen, inzwischen sehr stark zerfressen sind, um die wenigen eisernen Ausstellungsstücke liegen bereits viele kleine Rost-Abplatzungen.

Michael Müller , unter anderem ehrenamtlicher Archivar der Stadt Püttlingen, schildert, dass das Raumklima ungünstig ist, insbesondere seit die Schießscharten teilweise verschlossen worden waren - die Luft zirkulierte nicht mehr richtig. Die Feuchtigkeit sei teilweise so hoch gewesen, dass Wasser innen die Wände hinunter lief.

Und hohe Luftfeuchtigkeit ist Gift für altes Eisen. Seitdem einige der Verschlüsse wieder entfernt worden seien, sei es nicht mehr so feucht in dem Raum. Vor etwa 15, 16 Jahren habe die Stadt beim Konservatoramt um eine Konservierung der Fundstücke gebeten, was damals wegen zu geringer Ressourcen abgelehnt worden sei.

Zu sehen gibt es in der nur zu besonderen Gelegenheiten geöffneten Turmstube neben den kleinen Werkzeugen und handgeschmiedeten Nägeln etwa Reste von Lederschuhen, Kupfertöpfe, Schieferreste von Dacheindeckungen, Blei-Füllungen (Vorläufer von Dübeln), die Nachbildung einer Glas-Vase sowie Kanonen- oder Schleuderkugeln aus dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), als das Köllertal fast komplett entvölkert wurde.

Die eisernen Fundstücke aus der Burg Bucherbach in Köllerbach verrosten mehr und mehr. Foto: Jenal Foto: Jenal

Bauamtsleiter Rainer Stein sagte der SZ, dass man Kontakt mit dem Konservatoramt aufgenommen habe und eine Konservierung der Fundstücke beantragen wolle.