Rittenhofer räumen auf

Rund 40 Gruppen, Vereine, Organisationen und Parteien nahmen im Köllertal an der 13. Picobello-Aktion teil. Die SZ begleitete exemplarisch die Gruppe des Fördervereins Dorf Rittenhofen aus Köllerbach.

Am Wochenende waren Schulen, Kindergärten, Vereine , Betriebe, Parteien, Organisationen und Privatpersonen wieder aufgerufen, sich an der Kampagne Saarland picobello zu beteiligen. Mehr als 25 000 Männer und Frauen, Jungs und Mädchen in rund 700 Gruppen waren dem Aufruf des Entsorgungsverbandes Saar gefolgt und halfen, "den Dreck anderer Leut'" aus Natur und Umwelt zu fischen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Wir waren mit der Gruppe des Fördervereins Dorf Rittenhofen unterwegs.

15 Schnapsflaschen

Punkt 10 Uhr stehen die "Rittenhofer Aufräumer" am Backhaus. Der Vorsitzende des Vereins, Werner Telke, teilt die zwölf Helfer ein, die drei Abschnitte säubern: einmal die Sprengerstraße hoch bis zum Lauftreff-Parkplatz, zum zweiten die Strecke vom Lauftreff-Parkplatz über den Amelsberg runter bis zur Dorfmitte und drittens die Strecke an den Weihern bis zum "Hof am Forst" hoch. Ausgestattet mit Handschuhen, Plastikmüllsäcken und hölzernen Greifzangen setzen sich die "Saubermacher" in Bewegung. Telke selbst sorgt mit seinem Hänger dafür, dass an den vereinbarten Müllsammelstellen die Plastiksäcke aus Wald und Wiesen abtransportiert werden.

"Unterwegs fanden wir einzelne Fahrzeugteile, die fast schon ein halbes Auto ergeben", scherzt Ralf Dreßler, der mit seiner 14-jährigen Tochter Alina und Nikolaus Jost am Amelsberg fündig wurde. "Reifen, Blinker, Radkappen und Handyhalterung landen in den Wiesen", ärgert sich Jost.

Entlang der Landstraße zum Lauftreffparktplatz "haben wir allein auf 100 Metern 15 kleine Schnapsflaschen und auch einige große Wodka- und Rumflaschen gefunden", berichtet Telke. "Einige davon waren gar nicht ganz leer getrunken."

Entlang des Waldweges hinter den Rittenhofer Weihern findet die Kindergruppe vor allem Papier, Dosen, Glasflaschen. "Es ist deutlich weniger als in den Vorjahren", freut sich Patric Ksinsik, der mit seinen beiden Kindern Miriam und Raphael dabei ist.

Birgit Kiefer, Tagesmutter aus Püttlingen, kommt schon zum dritten Mal als Privatperson mit ihren Schützlingen Lina und Erik Wallich und Raphael Hänschke nach Rittenhofen. "Ich wollte mich einer Gruppe anschließen, zu der ich auch meine Tageskinder mitnehmen kann. Sie freuen sich das ganze Jahr darauf, an dieser Aktion teilzunehmen. Sie lieben es, durch die Natur zu spazieren und zugleich noch etwas Gutes für die Umwelt zu tun."

"Am meisten freuen wir uns, dass wir anschließend zur Feuerwehr Eintopf essen gehen", meinen die Kleinen, die sich fast schon in die Haare bekommen, wer als erstes die weggeworfene Glasflasche gesehen hat und aufheben darf.

Zwiespältige Bilanz

Die Bilanz des Püttlinger Picobello-Tages fällt zwiespältig aus. Einerseits landen weniger Sperrmüll oder Elektroschrott in der Umwelt. "Da macht sich der Wertstoffhof in Walpershofen, wo man solchen Müll kostenlos abgeben kann, bemerkbar", sagt Jost. Zum anderen landet immer noch wiederverwertbarer Müll in der Natur. "Zwei Container voll Glas, Dosen, Reifen, Radkappen, Säcke voller Windeln, Autobatterien , Altöl und sogar einen Tresor (leider leer) haben wir zusammengetragen", erklärt Klaus Nickels, der die Picobello-Aktion in Püttlingen koordinierte.