Regen und Tauwetter im Köllertal

Nachdem einen Tag nach Weihnachten Schneetief Hiltrud für einen Wintereinbruch im Köllertal gesorgt hatte, strömte kurzzeitig arktische Polarluft ein, die am vorigen Sonntag mit strengem Frost von minus 11,2 Grad zur kältesten Nacht seit Mitte Februar 2012 geführt hat.

Zum Jahreswechsel dehnte sich das kräftige Hoch Vincent über Südwesteuropa nach Deutschland aus und zog ostwärts weiter. Dadurch sickerte wieder etwas mildere Luft ein, wodurch der Dauerfrost nur zwei Tage hielt - es waren die einzigen Eistage des rekord-warmen Jahres 2014.

Der weißen Pracht geht es im neuen Jahr schon wieder an den Kragen: Die ersten Januar-Tage bescheren uns eine langsame Milderung mit Tauwetter. Die Großwetterlage stellt sich erneut um, weil die Westwind-Strömung aufs Neue auflebt. Durch neue Kaltluftausbrüche über Kanada und Neufundland auf den Atlantik hinaus wird dort die Tiefdrucktätigkeit wieder angeheizt. Nordatlantische Tiefs wandern so ostwärts und nehmen mit Regen und milder Luft Einfluss auf unser Wetter.

Heute zieht der Ausläufer des Nordmeertiefs Lina über uns hinweg. Bei starker Bewölkung setzt Regen und Tauwetter ein, die Höchstwerte steigen auf nass-kalte drei Grad. Morgen greift nach kurzer Wetterberuhigung mit Auflockerungen rasch ein neues Randtief von Westen über, zeitweise fällt schauerartiger Regen bei leichten Plusgraden. Am Sonntag wandert aus Westeuropa das neue Hoch Xavier nach Mitteleuropa und sorgt bis Wochenanfang für trockenes, meist aber neblig-trübes Wetter bei Höchstwerten zwischen 2 und 4 Grad, nachts kann es geringen Frost geben.

Ab Dienstag übernehmen kräftige Islandtiefs die Wetter-Regie und bringen weitere Milderung. Es wird unbeständig, nass und windig. Aus Westen und Nordwesten sollen Regengebiete über Mitteleuropa ostwärts ziehen und die Temperaturen steigen auf 5 bis 8 Grad an. So wie es aussieht, wird die Westwindströmung die Winterluft erst einmal vertreiben können, das Köllertal muss sich aber auf ungemütliches Atlantikwetter einstellen.