Püttlinger demonstrieren gegen Erweiterungsvorhaben der Firma Schmeer

Umstrittenes Erweiterungsvorhaben : Püttlinger Demo gegen Sandgruben-Plan

Der Kies- und Sandgrubenbetreiber Schmeer will eine Betriebsfläche in Püttlingen erweitern. Das treibt die Gegner des Vorhabens auf die Straße. Sie sagen, dafür müssten Tausende Quadratmeter Laubwald weichen.

„Pro Wald Ritterstraße“ machte mobil. Drei, vier Generationen, zusammen etwa 150 Menschen, versammelten sich am vorigen Mittwochabend zur Demonstration vor dem Püttlinger Rathaus. Sie skandierten „Pro Wald!“. Sie trugen Plakate, hatten sogar ihre Hunde damit behängt. Trillerpfeifen gellten. Auf Flugblättern stand: „Jetzt muss endlich Schluss sein mit der Zerstörung des Ökosystems und dem Abholzen auf dem Hohberg. Deshalb müssen wir jede Erweiterung der Kies- und Bauschuttdeponie energisch ablehnen.“

Hintergrund: Das Kies- und Sandunternehmen Schmeer möchte auf dem Hohberg seine Abbauflächen in Richtung des Ritterstraßer Friedhofes erweitern, da die abgebauten Rohstoffe auf den bisherigen Flächen langsam kapp werden. Deshalb sollen Bäume gefällt werden. Das hat in Püttlingen zur Gründung der Initiative „Pro Wald!“ geführt. In ihr treffen sich Bürger, Naturaktivisten und Kommunalpolitiker, um gegen die geplante Erweiterung mobil zu machen. „Bei der nun wieder geplanten Erweiterung müssen wieder mehrere tausend Quadratmeter Laubwald gerodet werden“, heißt es in einem Flugblatt.

Das zusammenhängende Waldgebiet Hohberg bis zur Stadtgrenze nach Altenkessel würde durchtrennt. Eine wichtige Frischluftschneise, eine intakte Naturlandschaft würde zerstört, hinzu kämen große Belastungen durch Staub, Dreck, Lärm,  Verkehrsaufkommen, „...mit tiefgreifenden Folgen für Mensch, Tiere, Pflanzen, Umwelt, Grundwasserspiegel und so fort“.

Auch der Kreisverband von „Bündnis 90/Die Grünen“ lehnt in einer Pressemitteilung die Erweiterungspläne ab. Darin heißt es unter anderem: „Das Anliegen des Unternehmers, sein Abbaugebiet in direkter Umgebung zu vergrößern, ist verständlich. Aber dies darf nicht der alleinige Grund sein, eine ökologisch wertvolle Waldfläche zu opfern, die zudem in einem Landschaftsschutzgebiet liegt und für viele Anwohner der Naherholung dient.“ Vielmehr solle „das Land in Verantwortung genommen werden und den Sandtagebau landesweit sowie nach strengen ökologischen Kriterien besser steuern und dafür Sorge tragen, dass das Recycling des wichtigen Werkstoffes Sand künftig noch stärker im Vordergrund steht“, schreibt Patrick Ginsbach, der Kreisvorsitzende der Grünen im Regionalverband.

Schlussendlich liefen die Teilnehmer der Demo „Pro Wald!“ tatsächlich ins Püttlinger Rathaus, in dem sich just in diesem Moment der Werksausschuss des Stadtrates in nichtöffentlicher Sitzung von der Unternehmensleitung des betroffenen Kieswerkes deren Erweiterungspläne vorstellen ließ.

Für kommenden Dienstag, 28. Januar, 19 Uhr, lädt Bürgemeisterin Denise Klein ins Gasthaus Schmeer in Püttlingen zu einer Bürgerversammlung ein, bei der auch Vertreter der Kiesgrube Schmeer ihre Pläne erklären wollen. Am Dienstag, 4. Februar, 17 Uhr, im Rathaussitzungssaal Püttlingen, liegt das Thema – diesmal öffentlich – im Werksausschuss des Stadtrates zur Abstimmung vor. Die Ausschuss-Mitglieder sollen sich dann auf Zustimmung oder Ablehnung der Erweiterungspläne festlegen.

Die Schmeer-Geschäftsführung hat der Saarbrücker Zeitung in dieser Sache ebenfalls eine Stellungnahme angekündigt.