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Püttlinger Baudenkmal hinter Gittern

Sandsteinbogenbrücke dauerhaft gesperrt : Ein Denkmal hinter Gittern

Die alte Eisenbahnbrücke in Köllerbach, seit1986 unter Denkmalschutz, musste – wie der Spazierweg darunter – gesperrt werden. Und so wird es wohl bleiben, denn die eine Millionen Euro teure Sanierung kann sich die Stadt Püttlingen nicht leisten.

Als sie um 1910 gebaut wurde, hatte man es noch nicht einmal für nötig befunden, der Brücke einen Namen zu geben. Doch heute steht sie unter Denkmalschutz. Er würdigt zum einen das hohe, schmale, aus drei Bögen bestehende und aus großen Sandsteinblöcken gefertigte Bauwerk. Zum anderen würde er die Stadt Püttlingen bei einer Sanierung der seit Herbst gesperrten Brücke teuer zu stehen kommen – so teuer, dass auf unabsehbare Zeit auf die Sanierung des Baudenkmals verzichtet wird.

Es geht um die Brücke, die vom kleinen Brückenweg im Püttlinger Stadtteil Köllerbach über die ehemalige Bahntrasse der Köllertalbahn führt. „Die Sandstein-Bogenbrücke wurde als Teil der Köllertalbahn zwischen 1909 und 1911 errichtet und als Eisenbahnbrücke bis 1985 genutzt, anschließend als Geh- und Radweg. Sie wurde 1986 als technisches Einzeldenkmal unter Schutz gestellt“, erklärt Rainer Knauf vom Landesdenkmalamt. – Wobei „Eisenbahnbrücke“ nicht bedeutet, dass dort einmal die Eisenbahn über die Brücke fuhr, sondern dass sie die Bahnlinie überspannte.

Da die Brücke, halb versteckt im Wald, einen tiefen Einschnitt an der Seite des Kühlbergs überspannt, ist sie aus der Ferne praktisch nicht zu sehen. Bekannt ist die Brücke aber sicher den vielen Spaziergängern, von denen der Weg auf der ehemaligen Bahntrasse gerne genutzt wird – oder besser gesagt für diesen Abschnitt: genutzt wurde. Denn da Steine herunterfallen könnten, ist nicht nur die Brücke selbst, sondern auch der Weg darunter gesperrt.

Kaum im Amt, musste die neue Püttlinger Bürgermeisterin Denise Klein innerhalb von 24 Stunden entscheiden, die Brücke sperren zu lassen. Eine Untersuchung der Brücke hatte ergeben, dass sie sich ein wenig zur Seite hin verschoben hatte und die Sicherheit nicht mehr garantiert werden konnte. Nachforschungen, so die Bürgermeisterin, hatten dann ergeben, dass offenbar ein innen liegender Wasserablauf in einem der Pfeiler schon lange nicht mehr funktionierte und dass sich darin ansammelnde Wasser nach und nach den Sandstein auseinandergedrückt hatte. Selbst eine kurzfristige Sanierung, bei der die Brücke komplett in ein Stahlgitter eingefasst würde, käme die Stadt mit rund 300 000 Euro schon recht teuer zu stehen.

Und eine dauerhafte denkmalgerechte Sanierung, schildert Denise Klein, würde rund eine Millionen Euro kosten. Und das könne sich die Stadt nicht leisten.

Abreißen und eine deutlich preiswertere neue Fußgängerbrücke bauen geht natürlich wegen des Denkmalschutzes auch nicht. Frage an Rainer Knauf: Lässt sich ein Denkmal wieder aus der Liste herausnehmen? Der Denkmalschützer erklärt: „Die Möglichkeit, die Löschung eines Denkmales aus der Denkmalliste beantragen zu können, sieht das Saarländische Denkmalschutzgesetz nicht vor.“ Heißt unterm Strich: Die Brücke und der Wegabschnitt darunter bleiben dauerhaft gesperrt. Und ob sich das jemals wieder ändert, ist fraglich.