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Wechsel bei der Nachmittagsbetreuung an Püttlinger Grundschulen
Jungen und Mädchen in neuer Obhut

Der Selbsthilfeverein Kita Püttlingen ist nicht mehr für die Nachmittagsbetreuung an den Püttlinger Grundschulen zuständig.
Der Selbsthilfeverein Kita Püttlingen ist nicht mehr für die Nachmittagsbetreuung an den Püttlinger Grundschulen zuständig. FOTO: picture-alliance/ dpa / Holger Hollemann
Püttlingen. Die ABG hat an den drei Grundschulen in der Stadt Püttlingen die Nachmittagsbetreuung übernommen. Von Walter Faas

12 Uhr in der Nachmittagsbetreuung der Pater-Ebersch­weiler-Schule: Freundliche Kürbisdeko, jede Menge Spielmaterial, hübsches Inventar, durchs Aquarium flitzen Guppies. Die Kinder sind noch nicht da, dafür Schulleiter Ralf Petermann, Bürgermeister Martin Speicher plus Mitarbeiter und Kerstin Halladin. Sie ist seit 2001 Geschäftsführerin der Ausbildungs- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft (ABG) der Gemeinden Heusweiler und Riegelsberg.


Speicher und Halladin erläutern die Lage. Vor Monaten habe der Selbsthilfeverein Kita Püttlingen die von ihm seit Jahren praktizierte Aufgabe der Nachmittagsbetreuung (samt Essensangebot durch einen Caterer) gekündigt. Warum? Dazu möchte Speicher sich nicht äußern. Tanja Kammer, Vorstandsmitglied im Selbsthilfeverein Püttlingen, sagte auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, die Kündigung des Vertrages sei aufgrund von Finanzierungsproblemen erfolgt. Da das zuständige Ministerium die Förderung der Nachmittagsbetreuung seit Jahren eingefroren habe, gleichzeitig aber die – vom Selbsthilfeverein zu erbringenden – Personalkosten im gleichen Zeitraum unverhältnismäßig gestiegen seien, habe der Vorstand des Selbsthilfevereines keine andere Möglichkeit gesehen. Kammer: „Als kleiner Verein sahen wir uns nicht in der Lage, die Finanzierungslücke zu schließen.“

Immerhin werden hier, am Standort Eberschweilerschule, 75 von insgesamt 155 Schülern nachmittags betreut, in fünf Gruppen. An den beiden anderen Grundschulen in der Stadt Püttlingen sieht die Lage so aus: In Köllerbach sind es 83 und auf der Ritterstraße 107 Kinder, die nach Schulschluss auf Essen, Ruhe, Hausaufgabenbetreuung und Spielen warten, bis ihre Erziehungsberechtigten sie um 15 beziehungsweise in der „langen Gruppe“ um 17 Uhr abholen. Dazu gibt es Frühgruppen von 7 bis 8 Uhr und ein Betreuungsangebot in den Ferien, außer an Weihnachten.



Auf einen zweiten, nicht unwichtigen Aspekt, weisen Speicher und Halladin hin: „Alleine hier am Eberschweiler-Standort sind 18 Mitarbeiter beschäftigt.“ Die konnten von der ABG, bis auf zwei altersbedingte Vertragsauflösungen, übernommen werden. Speicher sieht das neue Angebot auch als wichtigen Baustein der so genannten Interkommunalen Zusammenarbeit, betreut doch die ABG auch Schulen in Heusweiler und Riegelsberg. Und: „Die Eltern sind beruhigt, dass wir so schnell einen neuen Partner gefunden haben“, sagte der Verwaltungschef. Ob es allen schmeckt, muss die Zukunft zeigen: Statt des erwähnten Caterers bringt nun ein Unternehmen unter dem Begriff „Cook & Freeze-Kochen und Einfrieren“ das Mittagessen. Halladin: „Das Essen wird vorgekocht, schockgefroren und von uns aufgewärmt. Sieht besser aus, schmeckt besser, die Vitamine bleiben drin, und die Ökobilanz ist besser.“