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Püttlingen bekommt Anlaufstelle für Senioren

Püttlingen bekommt Anlaufstelle für Senioren

Das Haus, in dem noch bis 11. November der Polizeiposten Püttlingen seine Bleibe hatte, wird nicht lange leer stehen: Kommendes Jahr soll dort ein „Mehrgenerationenhaus“ mit Angeboten für ältere Menschen, aber auch für Behinderte eröffnet werden. Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben.

Die Stadt Püttlingen eröffnet kommendes Jahr ein "Mehrgenerationenhaus" im ehemaligen Polizeiposten in der Völklinger Straße. Das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit 29 Ja- und einer Nein-Stimme. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss im Hauptausschuss der Stadt, der auf Anregung der CDU-Ratsmehrheit zustande gekommen war.

Die CDU-Fraktion und die Verwaltung hatten dem Stadtrat und der Presse umfangreiche Ausführungen zum angedachten "Mehrgenerationenhaus" zur Verfügung gestellt. In aller Kürze: In Zeiten des so genannten demografischen Wandels - die Gesellschaft altert - gehe es darum, eine zentrale Anlaufstelle für Senioren und Behinderte zu schaffen. In den barrierefreien Räumen des erst vor wenigen Wochen frei gewordenen Polizeipostens (der ins Heusweiler Rathaus verlegt wurde - wir berichteten) will die Stadt Püttlingen ihre Vorstellung eines alters- und behindertengerechten Angebotes für die Bürger umsetzen. So soll in den nahe dem Rathaus gelegenen Räumen auch das Büro des Senioren- und des Behindertenbeauftragten einziehen. Ebenso könne dort der Seniorenbeirat der Stadt tagen, "angedacht" sind zudem offene Treffen. Auch die Sprechstunden des Sozialamtes könnten in diesen Räumen stattfinden.

Ursprünglich sei eigentlich geplant gewesen, das "Mehrgenerationenhaus" im benachbarten Pfarrheim St. Sebastian unterzubringen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Plan, den die Stadt auch noch nicht aufgegeben hat. Da aber die Verhandlungen mit der Kirchengemeinde St. Sebastian als Eigentümer des Pfarrhauses in der Kürze der Zeit nicht umgesetzt werden könnten, möchte man den ehemaligen Polizeiposten als Übergangslösung nutzen.

Die Eile erklärt sich durch Fördergelder von Seiten des Bundes in Höhe von 30 000 Euro jährlich, die vorerst bis 2020 für solche Projekte gewährt werden. Die Stadt selbst steuert zu dem geplanten "Mehrgenerationenhaus" eine Summe von jährlich 10 000 Euro als so genannte Co-Finanzierung bei. Dabei besteht jedoch die Möglichkeit, weitere Fördergelder beim Land beziehungsweise beim Regionalverband Saarbrücken zu beantragen, so dass am Ende der städtische Haushalt nicht durch das Projekt belastet würde.

Meinung:

Ob hier Steuergeld sinnvoll angelegt ist, muss sich zeigen

Von SZ-Redakteur Marco Reuther

Ein "Mehrgenerationenhaus" entsteht in Püttlingen - da wird also etwas für Senioren und auch Behinderte getan, der Stadtrat stimmte fast einmütig dafür, und wer will schon etwas gegen ein Projekt für Senioren und Behinderte sagen, um dann als böser Buhmann dazustehen? Aber was wird es konkret in dem Haus geben? Zunächst nur das, was es auch bisher schon gibt: Sprechstunden des Senioren- und des Behindertenbeauftragten, Sitzungen des Seniorenbeirates, Sprechstunden des Sozialamtes. Anderes ist "angedacht". Allerdings will sich die Stadt auch einen Bundeszuschuss sichern, die Stadtkasse soll möglichst nicht belastet werden. Doch wie immer spielt es für den Steuerzahler letztlich keine Rolle, ob das Geld aus der Stadt- oder der Bundes- oder Landeskasse kommt. Ob das "Mehrgenerationenhaus" also tatsächlich etwas Sinnvolles und auch Neues bietet, das muss sich erst noch herausstellen.