Pionier der Bolivienhilfe ist tot

Trier/Cochabamba/Püttlingen. Hans Vössing ist tot. Wie die Pressestelle des Bistums Trier gestern mitteilte, ist der ehemalige Püttlinger Pfarrer (1970-76), der bis zuletzt über die Bolivienhilfe und insbesondere über den Püttlinger Hilfs-Verein "Aktion 33" mit der Stadt verbunden war, in der Nacht zu Montag im Alter von 81 Jahren im bolivianischen Cochabamba gestorben

Trier/Cochabamba/Püttlingen. Hans Vössing ist tot. Wie die Pressestelle des Bistums Trier gestern mitteilte, ist der ehemalige Püttlinger Pfarrer (1970-76), der bis zuletzt über die Bolivienhilfe und insbesondere über den Püttlinger Hilfs-Verein "Aktion 33" mit der Stadt verbunden war, in der Nacht zu Montag im Alter von 81 Jahren im bolivianischen Cochabamba gestorben."Hans Vössing, geboren am 21. November 1930 in Weißenthurm und 1956 zum Priester geweiht, war einer der ersten drei Trierer Priester, die Bischof Matthias Wehr 1962 nach Bolivien entsandte, um das Versprechen der gegenseitigen brüderlichen Hilfe zwischen der Trierischen Kirche und der Kirche Boliviens mit Leben zu füllen", heißt es in der Mitteilung im Rückblick auf Vössings Leben, und: "Zusammen mit Heinz Schmitt und dem späteren Trierer Weihbischof Leo Schwarz ging Hans Vössing damals als junger Priester nach Bolivien, um im Erzbistum Sucre als Seelsorger zu arbeiten. Seit dieser Zeit und bis zu seinem Tod haben ihn Bolivien und seine Menschen nicht mehr losgelassen."

1970 kehrte Vössing aus Bolivien zurück und war sechs Jahre Seelsorger in der Püttlinger Pfarrei Liebfrauen. Kurz bevor es ihn wieder für 14 Jahre nach Bolivien zog, entwickelte er mit dem damaligen Pfarrgemeinderat die Idee zur Gründung des Hilfs-Vereins "Aktion 33", durch die bis heute Hilfen im Wert von rund einer Million Euro nach Bolivien geflossen sind. Von 1991 bis 1998 war Vössing, wiederum als Pfarrer des Bistums Trier, in Grafschaft eingesetzt.

Als Pfarrer im Ruhestand kehrte er wieder in sein "geliebtes Bolivien" zurück, wo er den überwiegenden Teil seines Ruhestands verbrachte und bis zu seinem Tode unermüdlich in verschiedenen Feldern der Seelsorge aktiv war. Im Nachruf des Bistums heißt es: "Zuletzt lebte Hans Vössing in Cochabamba, wo er sich vor allem um die Ausbildung von Priestern kümmerte sowie Gottesdienste, Versehgänge und Beichtdienste übernahm. Unermüdlich war er auch im sozialen Engagement für die Notleidenden und armen Menschen, denen er an den verschiedenen Einsatzorten seines Dienstes begegnete; er sammelte Spenden und organisierte Hilfstransporte. Vor Ort in Bolivien sorgte Vössing dafür, dass Menschen überlebensnotwendige medizinische Versorgung erhielten, junge Leute eine Schul- und Berufsausbildung machen konnten und Berufungen für das Priesteramt nicht am mangelnden Geld scheiterten."

Mit Hans Vössing verliere das Bistum Trier einen leidenschaftlichen und unermüdlichen Seelsorger, dem Bolivien und seine Menschen ans Herz gewachsen waren und den die soziale und gesellschaftliche Entwicklung des Landes tief beschäftigte, "angerührt von den Nöten der Menschen hat er die Botschaft der tätigen Liebe bis in die letzten Tage gelebt", erklärte Prälat Werner Rössel, Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, zum Tod von Hans Vössing. In der Geschichte der Bolivienpartnerschaft werde "Hans Vössing für immer einen besonderen Platz einnehmen". mr