Patientin stirbt an Brandwunden

Nach dem verheerenden Brand im Püttlinger Knappschaftskrankenhaus wird nun nach den Ursachen gesucht. Derweil gab die Polizei Details zu den beiden Frauen bekannt, die durch das Feuer ums Leben kamen.

Auch ein Großeinsatz der Feuerwehr hatte am Dienstagmorgen nicht verhindern können, dass bei einem Brand in einem Anbau des Püttlinger Knappschaftsklinikums am Dienstagmorgen zwei Patientinnen ums Leben gekommen waren (wir berichteten). Wie das Landespolizeipräsidium gestern mitteilte, handelt es sich bei den Verstorbenen um eine 63-jährige Frau aus Riegelsberg und um eine 78-jährige Frau aus Saarbrücken. Die Verstorbenen waren noch am Dienstag in der Rechtsmedizin in Homburg obduziert worden.

Die Brandursachen werden derzeit noch von Experten ermittelt. Das Feuer war nach Aussagen der Feuerwehr ungewöhnlich schnell zum Vollbrand geworden. Einer der Wehrleute habe später vom Brandort berichtet, "man dachte, man sei in der Hölle", schildert der Püttlinger Wehrführer Thomas Prinz. Der Brand, so hieß es in der Polizeimitteilung, sei im Zimmer der 63-Jährigen ausgebrochen, die an schweren Brandverletzungen verstarb. Die 78-jährige Patientin im Nachbarzimmer kam demnach durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben.

Der Anbau ist noch relativ neu, der Klinikbetrieb dort wurde erst 2003 aufgenommen. Doch auch die moderne Bauweise und strenge Brandschutzverordnungen konnten nicht verhindern, dass sich das Feuer in dem betreffenden Abschnitt im Obergeschoss ungewöhnlich schnell ausbreitete. Ein Übergreifen auf benachbarte Abschnitte stoppten dagegen die Feuerschutztüren im Klinikflur. Die Alarmierung der Feuerwehr war zunächst über den automatischen Brandmelder erfolgt. Dass der in der Regel recht schnell Alarm schlägt, zeigt sich daran, dass es in den vergangenen Jahren immer mal wieder einen Fehlalarm von der Klinik gegeben hatte. Die Geräte, die miteinander verbunden sind, seien "sehr sensibel eingestellt", so gestern auch Klinik-Verwaltungsdirektor Dr. Andreas Ruffing.

Für Kliniken gibt es genaue Brandschutzvorschriften, die jeweiligen Brandschutz-Einrichtungen müssen von der Unteren Bauaufsicht (UBA) - in diesem Fall die Bauaufsicht des Regionalverbandes Saarbrücken - in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium genehmigt werden. "Und das ist 2003 auch ohne Beanstandung geschehen, der bauliche Brandschutz war vollkommen in Ordnung", erklärte Regionalverbands-Pressesprecher Stefan Kiefer. Die Klinik habe sogar mehr als vorgeschrieben investiert. So habe sich der zuständige Sachbearbeiter erinnert, dass damals in allen Räumen Rauchmelder installiert wurden, was gar nicht verlangt gewesen sei. Zudem, so Kiefer, werde der Brandschutz regelmäßig durch externe Sachverständige in Zusammenarbeit mit der UBA überprüft, in Püttlingen zuletzt Mitte 2012. Auch hatte es erst ein knappes Jahr zuvor in den betroffenen Abteilungen eine Brandschutzübung gegeben, so die Klinikleitung.

Bereits 2006 waren im Saarland zwei Patienten bei einem Brand in einem Krankenhaus in Sulzbach gestorben.

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