| 20:50 Uhr

Jugendbeirat will Stadtpark nutzen
Jugend will bei Gestaltung des Püttlinger Stadtparks mitreden

Püttlingen. Der Püttlinger Jugend- beirat absolvierte seinen ersten Ortstermin im Stadtpark, um sich eigene Gedanken über dessen Gestaltung zu machen. Die Verwaltung möchte unterdessen etwa die Sicht auf Köllerbach und Schlösschen verbessern. Von Andreas Lang

Der neue Püttlinger Jugendbeirat hat am Dienstagabend seinen ersten Ortstermin absolviert. Ziel des 16 Jugendliche umfassenden beratenden Gremiums um seinen Vorsitzenden Lars Klein war der Stadtpark, für den der Beirat bereits in der Sommersitzung  Vorschläge unterbreitet hatte, sollte der Park umgestaltet werden.


Zunächst Bestandsaufnahme.  Am Sparkassenbrunnen mit der Skulptur, die Flöze stilisiert, dem Brunnen am Kardinal-Maurer-Platz, der eigentlich eine Torsituation zum Park sein soll, wie Bernd Bläs, Leiter der Abteilung Zentrale Bürgerdienste, in ungewohnter Rolle als Parkführer erläuterte. Zu sehen sei vom Brunnen aus vom Park allerdings wenig, wovon sich auch die Jugendlichen überzeugten. Gut, das Rathaus gehört dahin. Aber die Überreste des Bahndamms der Köllertallinie sollen weg und den Blick in Richtung Park frei geben (wir berichteten). Ein kleiner Hügel ist vom Bahndamm noch geblieben, und der versperrt jetzt den offenen Blick in den Park.

Wenige Schritte später erreichen die Jung-Parlamentarier den Standort der ehemaligen Burg, von der nur noch Umrisse vorhanden sind. Rechts plätschert der Köllerbach, der nach Verwaltungsauffassung ebenso wie der übrige Park stärker erlebbar werden soll. Doch auch der Bachlauf liegt verborgen, Vegetation versperrt den Blick. Auch auf das Schlösschen. „Eine Möglichkeit wäre es, die Bäume und Sträucher auf die andere Parkseite zu verlagern“, so Bläs. Am Hexenturm vorbei marschiert die Gruppe weiter. Der sei noch vom bis Mitte der 1980er Jahre genutzten Bahndamm gestreift worden. Wenige Meter weiter taucht der Damm wieder auf. Jetzt als Rampe auf den Saarland-Radweg, der, etwas weiter, am Püttlinger Bahnhof entlang verläuft.



Der nächste Geländebuckel hat nichts mit der ehemaligen Köllertal-Bahnstrecke zu tun: Ein durch Bewuchs getarntes Kanalisationsbauwerk liege hier, die Fläche könne genutzt werden. Womöglich für die vom Jugendbeirat gewünschte Grillstelle? Ein Spielplatz zeugt vom Versuch, den Park erlebbar zu machen. Die Spielgeräte wirken hier freilich eher zufällig zusammengestellt und ziehen nur wenige Kinder an.

Mehr Anziehungskraft habe dagegen das Multifunktionsspielfeld – das gehöre aber mal saniert, stellt sich heraus. Der Rest der riesigen Parkfläche: eine Riesenwiese. „Eigentlich eine Retentionsfläche“, die Wasser aufnehmen soll, wenn der Köllerbach über die Ufer tritt, wie Bläs erklärt. Das sei auch an manchen Tagen des Jahres so. Die Fläche könne man zwar nutzen, müsse aber bedenken, dass sie eben hin und wieder unter Wasser steht. Das sei aber kein Hinderungsgrund, um etwa eine Skater-Anlage zu installieren. Deren Teile seien fest eingebaut und könnten nicht weggespült werden. Sobald sich die Fluten zurückgezogen hätten, müsse wohl gereinigt werden, dann sei die Anlage aber wieder nutzbar. Damit zurück in Richtung Rathaus, jetzt aber über das andere Ufer des Köllerbachs. Bläs gab  den jungen Leuten mit, dass zwei Varianten in Betracht kämen, den Park neu zu planen: „Entweder die Verwaltung macht das selbst, oder es könnte einen Planungswettbewerb geben.“

Mit dem Hintergrundwissen zum Park ausgestattet, will der Jugendbeirat demnächst eigene Ideen zur Parkgestaltung formulieren. Er will auch seine Satzung erarbeiten, ehe 2019 der Stadtrat neu gewählt wird, wie anschließend im Rathaus besprochen wurde.