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Jugendbeirat will Stadtpark nutzen
Jugend will bei Gestaltung des Püttlinger Stadtparks mitreden

Kommt eine Skater-Anlage in den Püttlinger Stadtpark? Ausgeschlossen ist das für die Zukunft jedenfalls nicht. Eine Retentionsfläche am Köllerbach böte dazu die Möglichkeit, hieß es bei einer Ortsbesichtigung mit dem Püttlinger Jugendbeirat. Die Fläche ist zwar dazu gedacht, bei Hochwasser das über die Ufer tretende Wasser aufzunehmen, das schade aber einer fest installierten Skaterbahn nicht,
Kommt eine Skater-Anlage in den Püttlinger Stadtpark? Ausgeschlossen ist das für die Zukunft jedenfalls nicht. Eine Retentionsfläche am Köllerbach böte dazu die Möglichkeit, hieß es bei einer Ortsbesichtigung mit dem Püttlinger Jugendbeirat. Die Fläche ist zwar dazu gedacht, bei Hochwasser das über die Ufer tretende Wasser aufzunehmen, das schade aber einer fest installierten Skaterbahn nicht, FOTO: dpa / David Young
Püttlingen. Der Püttlinger Jugend- beirat absolvierte seinen ersten Ortstermin im Stadtpark, um sich eigene Gedanken über dessen Gestaltung zu machen. Die Verwaltung möchte unterdessen etwa die Sicht auf Köllerbach und Schlösschen verbessern. Von Andreas Lang

. Der neue Püttlinger Jugendbeirats hat am Dienstagabend seinen ersten Ortstermin absolviert. Das Ziel des 16 Jugendliche umfassenden beratenden Gremiums um seinen Vorsitzenden Lars Klein war der Stadtpark gewesen, für den der Beirat bereits in der Sommersitzung verschiedene Vorschläge unterbreitet hatte, sollte der Park umgestaltet werden.


Beim Ortstermin zunächst einmal Bestandsaufnahme: Am Sparkassenbrunnen mit der Skulptur, die Flöze stilisiert, dem Brunnen am Kardinal-Maurer-Platz, der eigentlich eine Torsituation zum Park sein soll, wie Bernd Bläs, Leiter der Abteilung Zentrale Bürgerdienste, in ungewohnter Rolle als Parkführer erläuterte. Zu sehen sei, vom Brunnen aus, vom Park allerdings wenig, wovon sich auch die Jugendlichen überzeugten. Gut, das Rathaus gehört dahin, es soll auch da bleiben. Aber die Überreste des Bahndamms der Köllertallinie sollen weg und den Blick in Richtung Park frei geben (wir berichteten). Ein kleiner Hügel mit ebener Oberfläche ist vom Bahndamm noch geblieben, und der versperrt jetzt den offenen Blick in den Park.

Wenige Schritte später erreichen die Jung-Parlamentarier den Standort der ehemaligen Burg, von der nur noch Umrisse vorhanden sind. Rechter Hand plätschert der Köllerbach, der nach Verwaltungsauffassung ebenso wie der übrige Park stärker erlebbar werden soll. Doch auch der Bachlauf liegt verborgen, die Vegetation versperrt den Blick aufs kühle Nass. Und auf das Schlösschen, das als Sehenswürdigkeit im Zentrum des Parks ja eigentlich von den meisten Punkten aus einsehbar sein sollte. „Eine Möglichkeit wäre es, die Bäume und Sträucher auf die andere Parkseite zu verlagern“, so Bläs. Dort, wo die Rückseiten von Wohnhäusern zu sehen sind. Am Hexenturm vorbei marschiert die Gruppe weiter. Der sei noch vom bis Mitte der 1980er Jahre genutzten Bahndamm gestreift worden. Und wenige Meter weiter taucht der Damm wieder auf. Jetzt als Rampe auf den Saarland-Radweg, der, etwas weiter, am Püttlinger Bahnhof entlang verläuft.



Der nächste Geländebuckel hat nichts mit der ehemaligen Köllertal-Bahnstrecke zu tun: Ein durch Bewuchs getarntes Kanalisationsbauwerk liege hier, die Fläche könne genutzt werden. Womöglich für die vom Jugendbeirat gewünschte Grillstelle?, wie vor Ort gleich spekuliert wird. Ob es tatsächlich so kommt, muss sich erst noch herausstellen. Ein Spielplatz zeugt von einem Versuch, den Park erlebbar zu machen. Allerdings wirken hier Federschaukeltiere und Schaukel eher zufällig zusammengestellt, und ziehen nur wenige Kinder an.

Mehr Anzugskraft habe dagegen das Multifunktionsspielfeld – das gehöre aber mal saniert, stellt sich heraus. Der Rest der riesigen Parkfläche in diesem Bereich – eine Riesenwiese. „Eigentlich eine Retentionsfläche“, die Wasser aufnehmen soll, wenn der Köllerbach über die Ufer tritt, wie Bläs erklärt. Tatsächlich sei das auch an manchen Tagen des Jahres der Fall. Die Fläche könne man zwar nutzen, müsse aber bedenken, dass sie eben hin und wieder unter Wasser steht. Das sei aber kein Hinderungsgrund, um etwa eine Skater-Anlage zu installieren. Denn die Teile einer solchen Anlage seien schließlich fest eingebaut und könnten nicht weggespült werden. Sobald sich die Fluten zurückgezogen hätten, müsse wohl gereinigt werden, dann sei die Anlage aber wieder nutzbar.

Damit zurück in Richtung Rathaus, jetzt aber über das andere Ufer des Köllerbachs. Bei Gestaltungsideen sei hier zu bedenken, dass die Brücke zwar vermutlich dort bliebe, wo sie sei. Dahinter werde der Weg aber vermutlich verlegt, da der gerade erweiterte Kindergarten mehr Spielfläche brauche. Weiter gab Bläs den jungen Leuten mit, dass zwei Varianten in Betracht kämen, den Park neu zu planen: „Entweder die Verwaltung macht das selbst, oder es könnte einen Planungswettbewerb geben.“ Der bringe den Vorteil, dass Außenstehende mit offenem Blick an die Sache herangingen.

Mit dem Hintergrundwissen zum Park ausgestattet, will der Jugendbeirat demnächst seine eigenen Ideen zur Parkgestaltung formulieren. Bis im kommenden Jahr der Stadtrat neu gewählt wird, will der Jugendbeirat auch seine Satzung erarbeitet haben, wie anschließend im Sitzungssaal des Rathauses besprochen wurde.

Der Püttlinger Jugendbeirat und sein Vorsitzender Lars Klein (vierter von rechts) machen sich vom Rathaus aus auf den Weg zur Erkundung des Stadtparks.
Der Püttlinger Jugendbeirat und sein Vorsitzender Lars Klein (vierter von rechts) machen sich vom Rathaus aus auf den Weg zur Erkundung des Stadtparks. FOTO: Picasa