"Opa Fritz" wird Filmstar

Köllerbach. Über die Großen dieser Welt, über die "Promis", wie man heute gerne sagt, gibt es unzählige Filme - aber über einen "Normalbürger"? Kann man zum Beispiel einen Film über einen alten Mann aus Herchenbach machen? Nun, warum eigentlich nicht, sagte sich Björn Büch und drehte den 37 Minuten langen Film "Opa Fritz. - Ein Heimatfilm".Büch, 34, ist selbst gebürtiger und begeisterter Herchenbacher, hat sich aber auch schon in der berühmten halben Weltgeschichte herumgetrieben und arbeitet seit gut sechs Jahren als Personal Assistant in München. Dort organisiert er den Alltag eines Künstlers und ist beruflich viel auf Reisen.

Köllerbach. Über die Großen dieser Welt, über die "Promis", wie man heute gerne sagt, gibt es unzählige Filme - aber über einen "Normalbürger"? Kann man zum Beispiel einen Film über einen alten Mann aus Herchenbach machen? Nun, warum eigentlich nicht, sagte sich Björn Büch und drehte den 37 Minuten langen Film "Opa Fritz. - Ein Heimatfilm".

Büch, 34, ist selbst gebürtiger und begeisterter Herchenbacher, hat sich aber auch schon in der berühmten halben Weltgeschichte herumgetrieben und arbeitet seit gut sechs Jahren als Personal Assistant in München. Dort organisiert er den Alltag eines Künstlers und ist beruflich viel auf Reisen.

Der Herchenbacher Fritz Wegner ist für Büch gewissermaßen ein Nenn-Opa: "In letzter Zeit denke ich wieder öfter an Opa Fritz. Eigentlich ist Fritz gar nicht mein Großvater, eher eine Art guter Bekannter und Freund. Wenn ich in meiner alten Heimat bin, gehe ich oft rüber zu ihm. Fritz ist 85 Jahre alt und wohnt in unserem Dorf ein paar Häuser weiter, zusammen mit Schwiegertochter Karin und Enkelsohn Moritz. Unser Film ist die Geschichte des vergangenen Jahres, die meiner Besuche bei Opa Fritz und die einer letzten großen Reise."

Und wie kam es zu dem Film? Büch: "Die Idee ist beim Heimaturlaub Weihnachten 2008 entstanden. Fritz erzählte mir immer, sein größter Wunsch sei, dass nach seinem Tod etwas von ihm übrig bleiben würde. Obwohl Fritz und mir klar war, dass wir uns nicht oft sehen werden, war es beschlossene Sache: wir machen einen Film. So hat alles angefangen."

"Opa Fritz" ist nicht Büchs erstes ungewöhnliches Filmprojekt. 2008 gewann er mit dem Dokumentarfilm "München.Mumbai." den Publikumspreis des Landauer Filmfestivals "Lameko". Büch hatte damals Bürgern der bayerischen Hauptstadt und der indischen Millionen-Metropole Mumbai (ehemals Bombay) die gleichen Fragen zu ihrem Leben und zu ihren Ansichten über das jeweils andere Land gestellt. Der studierte Diplom-Pädagoge und Medienpsychologe war überdies Mitglied der Köllertaler Band Dock Solager und schrieb auch als Freier Mitarbeiter der Saarbrücker Zeitung für das Köllertal - etwa Reiseberichte aus Australien und Neuseeland.

"Opa Fritz" hatte einen ganz anderen Lebenslauf: Er wurde 1924 in Zernikow geboren, einem kleinen Ort in der Mark Brandenburg. Er war bei der Kriegsmarine und ist nach seiner Flucht aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich über Umwege im Saarland gelandet. "Sein ganzes Leben ist er dann hier geblieben. In seiner alten Heimat im Osten war er nur noch selten. In Herchenbach heiratet er Lore, gründet eine Familie und führt später den familieneigenen Landwirtschaftsbetrieb. Ein erfülltes Leben mit vielen Höhen und vielen Tiefen", beschreibt es Büch.

Eigentlich wollte Fritz Wegner ja noch mal die Mark Brandenburg sehen. Doch stattdessen führte die Reise ins Krankenhaus: "Sein Vorderfuß musste amputiert werden. Irgendwie übersteht er die Zeit dort, vor allem, weil seine Schwiegertochter Karin sich liebevoll um ihn kümmert", beschreibt Büch. Aber sein Filmprojekt hatte "Opa Fritz" auch im Krankenhaus nicht aus den Augen verloren: "Du musst hinter unserem Projekt stehen", hatte er immer zu "seinem" Regisseur gesagt, "auch wenn wir uns nicht so oft sehen."

Fritz Wegner lebt inzwischen seit 64 Jahren in Herchenbach, "seiner gelebten Heimat, wie er immer sagt", schildert Büch und zitiert seinen Nenn-Opa: "Mein ganzes Leben steckt hier drin, und ich kann nur immer wieder Danke sagen, dem Land und auch unserem Dorf."

Auf einen Blick

Filmpremiere: Wer nun mehr über das Leben von Opa Fritz erfahren möchte, der hat Gelegenheit, sich die Premiere des Films "Opa Fritz. Eine Heimatgeschichte von Björn Büch" am kommenden Samstag, 18. Mai, 20 Uhr, im Uhrmachers Haus in Köllerbach anzusehen (Engelfanger Straße 3). Der Abend wird von dem Püttlinger Schriftsteller Georg Fox moderiert. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird dennoch gebeten, da sich bereits ein reges Interesse an den Plätzen abzeichnet. mr

 Filmplakat Fotos: Büch
Filmplakat Fotos: Büch
 Björn Büch
Björn Büch

Anmeldung unter Tel. (01 76) 22 10 77 66 oder per Mail an: h.buech@gmx.de