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Kanu-Drachenbootfahrer sammelt Medaillen
Nur der Weltmeister-Titel fehlt noch in der Sammlung

Basilo Pecorino
Basilo Pecorino FOTO: Basilo Pecorino
Püttlingen. Kanu-Drachenboot-Fahrer Basilio Pecorino sammelt zahlreiche Medaillen bei Welt-, Europa- und deutschen Meisterschaften.

Nein, Basilio Pecorino ist nicht der neue Essens-Trend aus Italien. Basilio Pecorino ist ein Sportler und hat mit 58 Jahren das erfolgreichste Jahr seiner Kanu-Drachenboot-Karriere hinter sich gebracht. Vize-Weltmeister, viermaliger Europa- und deutscher Meister in nur zwölf Monaten – das muss dem Deutsch-Italiener aus Püttlingen erst mal einer nachmachen.


„Es ist einfach toll, dieser Sport ist genial“, sagt Pecorino: „Ich mache das seit 20 Jahren, und dass ich mit meinen Mannschaften jetzt immer noch so erfolgreich bin, zeigt doch, was dieser Sport alles kann. Man ist immer an der frischen Luft, sieht lauter neue Umgebungen, rostet nicht und hält sich fit. Aber vor allem ist man immer mit Menschen zusammen, der Zusammenhalt ist einfach riesig – ich kenne keinen Sport, der so kollegial ist.“

Angefangen hat Pecorino, als sein Arbeitgeber für das Saar-Spektakel Hobby-Sportler für ein eigenes Boot suchte. „Als das dann erledigt war, hat mir das nicht gereicht, ich wollte immer mehr“, erzählt er. Also schloss sich der Saarbrücker den Saar-Wölfen in der Landeshauptstadt an, paddelte drauflos und sammelte schnell erste Titel – bis der Hunger immer größer wurde und er sich schließlich für die Neckardrachen Böckingen bewarb. Die Heilbronner gelten als eine der besten Kanu-Mannschaften Europas und gehen mit einer aus ganz Deutschland zusammengewürfelten Truppe  an den Start – unter ihnen Pecorino, der jetzt für zwei Vereine gleichzeitig aktiv ist.



Der Höhepunkt in diesem Jahr war für ihn die Weltmeisterschaft in seinem Heimatland Italien. „Wir hatten da eine starke Mannschaft am Start. Aber dass es für den Vize-Titel reicht, das hat mich überrascht“, sagt er. Neben Medaillen bei Europa- und deutschen Meisterschaften in verschiedensten Kategorien haben Weltmeisterschaften für Pecorino noch einen besonderen Reiz: „Das Aufregende ist, dass man bei solchen Veranstaltungen ständig neue Leute kennenlernt. Da kommen Amerikaner, Japaner und Iraker zusammen – und alle verstehen sich gut. So etwas imponiert mir. Das Paddeln trägt fast schon zur Völkerverständigung bei.“

Diese internationale Atmosphäre hat Pecorino auch während seiner Zeit bei der deutschen Nationalmannschaft erlebt, für die er ab 2010 für drei Jahre an den Start ging. Mit den Deutschen wurde er ebenfalls Vize-Weltmeister – ein großer Erfolg, der aber noch zu toppen gewesen wäre. „Einmal Weltmeister zu werden, das wär’s – das ist der einzige Titel, der mir noch fehlt“, sagt Pecorino. Um dieses Ziel zu erreichen, steigt er viermal die Woche in sein Kanu und fährt die Saar auf und ab, während er sich an den anderen Tagen im Fitness-Studio quält. „Man muss sich vorbereiten, damit es auch läuft, wenn man zusammen im Boot sitzt“, erzählt Pecorino: „Kanusport funktioniert nur, wenn buchstäblich jeder am gleichen Strang zieht. Und deswegen paddele ich bei Wind und Wetter.“

Nur wenn’s unter drei Grad geht, dann ist es für Basilio Pecorino einfach zu kalt. Dafür ist er dann doch zu sehr Italiener.