Nur das Beste war gut genug

Der Musikverein Harmonie Köllerbach und die Chorgemeinschaft Fidelio Püttlingen haben sich beim Herbstkonzert ausgezeichnet ergänzt, am Sonntag in der proppenvollen Stadthalle.

Seit seiner Gründung 1872 gilt der Männerchor Fidelio Püttlingen als wichtiger Kulturträger im Köllertal. Dass Gutes noch besser werden kann, zeigten die Choristen am Sonntag beim Herbstkonzert. Längst nicht jeder Laiensänger traut sich diese verzwickten Chorsätze zu. Präzises Singen ist Pflicht, lupenreine Artikulation sowieso, saubere Stimmführung, und am nötigen Temperament darf es auch nicht fehlen. Erst dann, und nur dann, klingen die Werke von Robert Pappert, Robert Volkmann, Mathieu Neumann, Robert Carl , Günther Mittergradnegger, Josef Michels und anderen Komponisten gut. Das war hier der Fall.

Claus Bär, seit 25 Jahren (dafür gab's eine Ehrenurkunde) Dirigent beim Fidelio-Chor, hatte seine Jungs, durch die Bank Männer im "gesetzten Alter", und die vielfach verflochtene Vielstimmigkeit bestens im Griff. Was heißt hier Dirigat? Bär begleitet, auf dem Flügel, den Gesang, verständigt sich über Blickkontakt mit seinen Stimmgruppen, nur ab und zu schnellt ein Finger in die Höhe, und alles funktioniert wie am Schnürchen. Hohe Anerkennung und Wertschätzung beim Publikum, darunter viele Sänger aus anderen Chören.

Dass Allianzen von Laienensembles schöne Blüten tragen können, weiß man offensichtlich auch beim Musikverein Harmonie Köllerbach. Die Bläser mit ihrem neuen Leiter Walter Skarba steuerten ihre Hälfte zum Herbstkonzert bei. Und die war spektakulär! Nur das Beste war der Harmonie gut genug. Sensationell sicher werden komplizerte Werke wie "Concoria-Ouvertüre", der Michael-Jackson-Hit "Heal the World" oder der berühmte, schwer zu spielende "Second Valse" von Dmitri Shostakovich gemeistert. Ein Höhepunkt, der volkstümliche "Klarinettenmuckl", gab zwei jungen Mitspielern, Lena Marie Serf und Felix Ertz, eine gern und gut genutzte Gelegenheit zum Solo. Ein Genuss auch, diesen in jeder Hinsicht bewegten neuen Dirigenten zu erleben: Walter Skarba scheint die Musik aus seinem ganzen Körper regelrecht heraus zu fließen. Kurz und gut: Das Publikum in der ausverkauften Stadthalle erlebte eine Sternstunde des gut betonten Gesanges und der exzellent gespielten Blasmusik.