Noch einmal Betrieb im Maschinenhaus

Noch einmal Betrieb im Maschinenhaus

Püttlingen. "Mit Stolz und Würde verabschiedet sich der Steinkohlenbergbau in diesen Tagen. Bleiben wird die RAG als verlässlicher und kreativer Partner an der Saar

Püttlingen. "Mit Stolz und Würde verabschiedet sich der Steinkohlenbergbau in diesen Tagen. Bleiben wird die RAG als verlässlicher und kreativer Partner an der Saar." Bergwerksdirektor Friedrich Breinig kündigte bei der Veranstaltung "Das Köllertal nimmt Abschied vom Bergbau" verstärkte Aktivitäten seines Unternehmens RAG an, die saarländischen Grubenstandorte zukunftssicher zu machen, beispielsweise im Rahmen der Energiewende durch den Bau von Pumpspeicherkraftwerken unter Tage.Weitere Redner, wie der saarländische Historiker und Autor Delf Slotta, nahmen die Zuhörer bei der "letzten Kaffeekich" mit auf eine "Zeitreise durch mehr als 250 Jahre Industrie- und Landesgeschichte". Im Mittelpunkt stand die Püttlinger Kohlengrube Viktoria, die bis Ende Mai 1963 in Betrieb gewesen ist. Noch heute fahren vom Fördermaschinenhaus RAG-Beschäftigte in 360 Meter Tiefe, der Bergmann sagt Teufe, der Wasserhaltung wegen.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die selbst in der benachbarten Espenstraße aufgewachsen ist, erinnerte in der öffentlichen Veranstaltung an das bis zur Stilllegung alles bestimmende Bild der Kohlengrube, der noch unbewaldeten Bergehalde, der Bergleute, die nach der Schicht und noch vor der Dusche in der Kaffeekich den Staub mit einer Flasche Bier herunter spülten. Bilder, die der Püttlinger Historiker Paul Sperling in einem informativen Diavortrag über die mehr als hundertjährige Geschichte des Püttlinger Kohlenabbaus in Erinnerung rief.

Bereits am Samstagabend hatte es einen Termin für geladene Gäste gegeben, und am Sonntag gab es zur "Kaffeekich" auch einen geführten Ausflug zu ehemaligen Bergbau-Anlagen. Auf dem Programm standen der Veltheimstollen, das Freilichtmuseum und der Viktoriastollen in Engelfangen, die Grube Von der Heydt, der Westschacht der Grube Göttelborn in Holz, Dilsburgschacht, Schacht Lummerschied und Südschacht des Bergwerkes Saar in Niedersalbach.

Druckfrische Dokumentationen zum Thema Steinkohlenbergbau in der Region wurden vorgestellt - sie sind über den Heimatkundlichen Verein Püttlingen, den Bergmanns- und Unterstützungsverein St. Barbara Köllerbach sowie den Verein für Industriekultur und Geschichte Heusweiler-Dilsburg erhältlich. Und in der letzten Kaffeekich konnten die vielen Besucher nachvollziehen, wie gut ein Bergmannsfrühstück (Lyonerwurst, Weck, Bier und ein "kurzer Klarer") im Schatten des Förderturmes zum Klang des "Anschlägers" schmeckt.

Paul Sperling, ehemaliger Steiger der Grube Viktoria, zeigte einen Diavortrag. Foto: Jenal.

Und die Ministerpräsidentin resümierte: "Die ausgewogene Mischung aus Gewerbenutzung, attraktiven Freizeitangeboten und artenreicher Naturlandschaft auf dem neu gestalteten Viktoria-Gelände weist uns auch den Weg in eine verheißungsvolle Zukunft."