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Neues Auto trotz klammer Kasse

Püttlingen. Dem großen Loch in der Stadtkasse dürfte es geschuldet sein, dass Püttlingen einen Mannschaftswagen für den Löschbezirk Herchenbach über Sponsoren finanzieren will. Andreas Lang

Der Püttlinger Feuerwehr-Löschbezirk Herchenbach brauche einen neuen Mannschafts-Transportwagen, hieß es am Mittwochabend in der Püttlinger Stadtratssitzung. Neu ist dabei, dass die Finanzierung nicht über die Stadtkasse, sondern mit Hilfe von Sponsoren erfolgen soll. Bürgermeister Martin Speicher , so der Auftrag des Stadtrates, soll nun mit dem Löschbezirk Herchenbach und der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt auf Sponsorensuche gehen. Wird der Wagen tatsächlich angeschafft, solle die Stadt die Kosten für Sprit und Versicherung übernehmen.

Die SPD-Fraktion hatte den entsprechenden Antrag gestellt, dem jetzt, bei Enthaltung des Püttlinger Wehrführers Thomas Prinz (CDU ), einstimmig zugestimmt wurde. Mit dem "kreativen Finanzierungsvorschlag" glaubte SPD-Fraktionsführer Reinhold Schmitt "in ein Wespennest gestochen" zu haben, wie er am Mittwochabend bei der Stadtratssitzung sagte. "Das hat sich allerdings als Bienennest erwiesen", führte er zufrieden aus.

Bernd Bläs von der Stadtverwaltung hatte noch einen anderen Ansatz parat - dann aber müsste Herchenbach noch drei Jahre auf sein Auto warten. Der Löschbezirk Püttlingen hat nämlich auf eigene Kosten ein passendes Fahrzeug beschafft, das ursprünglich nicht im Brandschutzbedarfsplan aufgeführt war. Dieser Wagen soll 2018 durch einen neuen ersetzt werden. Dann könnte Püttlingen das Fahrzeug zum Zeitwert an die Herchenbacher abgeben. "Dies dürfte für alle Beteiligten die mit Abstand preiswerteste Lösung sein", meinte Bläs in seiner Stellungnahme.

Er wies außerdem darauf hin, dass die im Haushalt für Brandschutzaufgaben vorgesehenen Mittel festgeschriebenen Aufgaben dienen. Weil zudem Wehrführer Prinz in seiner Stellungnahme die Gleichbehandlung der Löschbezirke angemahnt hatte, rät Bläs davon ab, zur Beschaffung des Mannschaftstransportwagens Haushaltsmittel heranzuziehen.

Weiter hat der Stadtrat beschlossen, das Kameradschaftsgeld für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt von 12,50 Euro pro Mitglied der Einsatzabteilung rückwirkend zum Jahresbeginn auf 20 Euro pro Jahr zu erhöhen. Das Geld ist für gesellige Veranstaltungen oder Schulungen gedacht.