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Großeinsatz
Nächtlicher Stromausfall trifft Püttlinger Klinik

Das Püttlinger Knappschaftskrankenhaus während des Stromausfalls in kompletter Dunkelheit.
Das Püttlinger Knappschaftskrankenhaus während des Stromausfalls in kompletter Dunkelheit. FOTO: BeckerBredel
Püttlingen. Kurz vor Mitternacht hat am Montag eine Leitung versagt. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk eilten zum Krankenhaus, in dem 370 Patienten versorgt werden. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

23.47 Uhr: Die Lichter im großen Haus des Püttlinger Knappschaftsklinikums Saar sind auf einen Schlag erloschen, alle Abteilungen betroffen. Und auch die Straßenlaternen sind dunkel. Die umliegenden Wohnhäuser und sonstigen Einrichtungen haben auf einen Schlag keinen Strom mehr.


Ursache für den nächtlichen Blackout war ein Kabelfehler im Leitungsnetz der Energis, informiert Marie-Elisabeth Denzer. Die Pressesprecherin des Energieversorgers in Saarbrücken: „Unser Monteur war zehn Minuten später vor Ort.“ Über Fernsteuerung sei der Stromausfall behoben worden. Kurz vor halb eins in der Nacht auf Dienstag soll die Versorgung wieder gestanden haben. Zumindest im Umfeld der Klinik. „Die wenigsten Anrainer dürften in der Nacht etwas davon mitbekommen haben. Einen Aufschrei gab es jedenfalls nicht“, berichtet Denzer.

Allerdings meldete sich um 0.29 Uhr ein Mitarbeiter des Krankenhauses bei Energis. Denzer: „Dort gab es zu dem Zeitpunkt immer noch keinen Strom.“ Derweil bemühten sich Vertreter des Technischen Hilfswerks (THW) und Feuerwehren darum, mit Ersatzleitungen die Notlage zu überbrücken. Zudem lieferte die Saarbrücker Berufsfeuerwehr einen Lichtmast, um die Helfer bei ihrer Arbeit zu unterstützen.



Unabhängig davon griffen die Beschäftigten des Knappschaftskrankenhauses auf ein Notstromaggregat zurück. Dieses soll dafür sorgen, dass insbesondere lebenswichtige Geräte auch auf der Intensivstation versorgt werden. Doch nach Angaben der Energis-Sprecherin hat  diese Anlage nicht richtig funktioniert. So lange mussten die Akkus der Apparate ausreichen. Bis um 0.36 Uhr das Krankenhaus wieder ans Stromnetz angeschlossen war.

Patienten sollen durch diesen Zwischenfall nicht gefährdet gewesen sein, versichert die ärztliche Direktorin Dr. Marion Bolte am Dienstagmorgen. Warum die Hausanlage ihren Dienst versagte, das untersuchten nun der Hersteller und Mitarbeiter des TÜV Saarland. Nur so viel sei bislang bekannt, wie der Geschäftsführer des Klinikums, Andreas Ruffing, schriftlich mitteilt: „Das Notstromaggregat ist ordnungsgemäß gestartet. Eine Netz­einspeisung in das Stromnetz des Krankenhauses ist nicht erfolgt.“ Ruffing vermutet, dass möglicherweise eine Überspannung diese Fehlfunktion auslöste.

Erst recht verwunderlich, warum  das Aggregat patzte: Erst vor wenigen Tagen, am 20. Januar, habe es zu Testzwecken einen Probelauf gegeben. Bei diesem regelmäßigen Funktionstest sei alles glatt gelaufen, vermeldet Ruffing.

Bis die Ursache geklärt und der Fehler behoben ist, stehe ein Notstromaggregrat bereit, das Energis bereitstellt, kündigt Unternehmenssprecherin Denzer an. Es sollte noch im Laufe des Tages installiert werden. „Wir werden uns künftig dreifach absichern“, ergänzt die ärztliche Direktorin Bolte. Verantwortliche anderer Krankenhäuser würden das wohl nach dieser Erfahrung auch tun, prophezeit sie.

Nichtsdestotrotz seien die Patienten während des Stromausfalls „sicher versorgt“ gewesen, betont sie. Niemand hätte verlegt werden müssen.

Im Umfeld des Krankenhauses waren nach Energis-Auskunft bis zu 600 Haushalte von dem rund eine Dreiviertelstunde dauernden Blackout betroffen.

Feuerwehrleute im Einsatz an der Unglücksstelle.
Feuerwehrleute im Einsatz an der Unglücksstelle. FOTO: BeckerBredel
Feuerwehr und THW arbeiten gemeinsam, um die Klinik über  Notleitungen mit Strom zu versorgen.
Feuerwehr und THW arbeiten gemeinsam, um die Klinik über Notleitungen mit Strom zu versorgen. FOTO: BeckerBredel