| 17:06 Uhr

Mobilitäts-Hemmnisse
Wo es für Fußgänger nicht so recht läuft

Alpine Verhältnisse: Die Serpentine vom Breitfeld zum Damm der Köllertalbahn, zu Büffelweide, Wiesenpfädchen und Trimmtreff, belegt mit Recycling-Asphalt, fordert auch manch jüngeren Fußgänger. In einer im Püttlinger Seniorenbeirat vorgestellten Studie ging es um Mobilitäts-Hemmnisse in Püttlingen.
Alpine Verhältnisse: Die Serpentine vom Breitfeld zum Damm der Köllertalbahn, zu Büffelweide, Wiesenpfädchen und Trimmtreff, belegt mit Recycling-Asphalt, fordert auch manch jüngeren Fußgänger. In einer im Püttlinger Seniorenbeirat vorgestellten Studie ging es um Mobilitäts-Hemmnisse in Püttlingen. FOTO: Walter Faas
Püttlingen. Stolperfallen, vielleicht sogar für Fußgänger gefährliche Ecken: Mit dem Thema „Mobilität“ beschäftigte sich der Püttlinger Seniorenrat. Von Walter Faas

„Da ist jemand mit offenen Augen durch die Stadt gegangen und hat viele Schwachpunkte dokumentiert.“ Das sagte Toni Job, Sitzungsleiter im Seniorenbeirat Püttlingen, nach einem Vortrag im Schlösschen. Den Vortrag hatte Gerhard Ballas gehalten, Landesseniorenbeauftragter und Püttlinger, der auch lange Jahre Beigeordneter der Stadt war.


„Den demografischen Wandelt gestalten! Mobilität in unserer Stadt optimieren“, so lautete der Titel der Studie, die Ballas vorstellte. Unterm Strich: Kleine Tücken sind es meist, die Bürgern, allen voran Kindern, Senioren, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrern, aber auch Busfahrern oder Pkw-Insassen das Leben im so genannten „Öffentlichen Verkehrsraum“ schwer machen. Der Fußweg von der Ritterstraße in Richtung Viktoriastraße beziehungsweise zur Kita des Selbsthilfevereins ist so ein Beispiel: Hier mündet der Gehweg in einen schmalen, unbefestigten „Balanciersteig“ – gefährlich sei das. Und der Fußweg von der Köllner Straße zum Birkenbruch präsentiert sich heute als Schlaglochpiste. Auch nicht ganz ungefährlich, besonders bei Dunkelheit. Ebenfalls genannt wurden: das Brücklein am Köllerbacher Kirchenpfad, das Köllerpädschen im Bereich Gewerbegebiet Etzenhofen, die Barrieren im Bereich Hölzerner Steg – alle drei Orte mit Anschluss ans Landesradwegenetz.

Auch nicht ohne: Die „Steile Rampe“ zwischen Breitfeld und Trimmtreff, ein Provisorium seit 20 Jahren – kein vernünftiger Mensch mit Rollator wird sich hier runtertrauen. Und wer hier einen Kinderwagen hoch schiebt, muss fit sein. Ballas übte auch Selbstkritik: „Ich habe im Stadtrat die Hand für die Neugestaltung des Kardinal-Maurer-Platzes gehoben. Für mich ist dieser Platz heute fußgängerfeindlich.“



Nicht nur Schwachstellen benannte Ballas in seinem Vortrag, sondern auch positive Beispiele, wie die großzügig gesetzten Barrieren auf dem Radweg in Köllerbach oder dem, so Ballas, gelungenen Bau des Zentralen Omnibusbahnhofes.

Schließlich widmete er sich auch den Dingen, die man, oft mit wenig Aufwand, besser machen könne: den Fußweg am Fresagrandinariaplatz konsequent zu den Fachmärkten weiterführen, den unübersichtlichen Zebrastreifen im Bereich Marktplatz/Hermannstraße entweder verlegen oder durch eine Fußgängerinsel und/oder Ampel ersetzen, den Pflasterbelag im Bereich des Kugelbrunnens am Marktplatz durch ein Plattenband für „Menschen mit und ohne Einschränkung“ entschärfen, den ÖPNV bürgernäher gestalten, gerne auch mit finanziellen Anreizen. Auch die Infrastruktur für Radfahrer – Stichwort E-Bike – könne verbessert werden.

Die komplette Studie können Interessierte, nach Anmeldung, im Seniorenbüro einsehen, Tel. (0 68 98) 6 91-1 21.