Menschengemachter Storchennistplatz am Köllerbach

Der Storch kann einziehen : Ein künstlicher Nistplatz für Meister Adebar

Berufsschüler bauten die Plattformen, zwei ausgediente Strommasten sind die Ständer: Nisthilfen für Storch & Co. am Köllerbach.

Morgens früh um neun: In der Bachaue zwischen Köllerbach und Walpershofen ist der Boden gefroren. 16-Jährige vom Berufsbildungszentrum (BBZ) Völklingen, Aktive vom Nabu Köllertal, Mitarbeiter des Energieversorgers VSE sowie Fernseh- und Zeitungsreporter sind gekommen. Sogar eine Drohne wird einsatzbereit gemacht. Ein Hubsteiger steht bereit. Stephan Maaß und Jens Rothenbusch, Energieanlagen-Elektroniker der VSE, sichern sich mit Fallschutzsets.

Was ist hier los? „Heute bauen wir hier eine Storchen-Nistplattform auf“, sagt Joachim Schmidt, Vorsitzender des Nabu Köllertal. Der Naturschutzbund (Nabu) hegt und pflegt hier seit 2015 sein Beweidungsprojekt mit Steppenrindern. Die Steppenrinder mit ihren breiten Hörnern knabbern unbeeindruckt am Heu, während die VSE-Mitarbeiter in schätzungsweise zehn Metern Höhe auf zwei Masten Nisthilfen anbringen – nicht nur für Störche: Die unterste Etage soll den Fledermäusen dienen. Darüber kommen Nistkästen für Turmfalken. Ganz oben bleibt dann Platz für Meister Adebar, den sagenumwobenen Weißstorch, den Naturschützer so gerne wieder im Köllertal sähen – und das „mit berechtigten Hoffnungen, schließlich haben sich in den vergangenen drei Jahren hier in der Köllerbach-Aue wieder Biber, Eisvogel, Kormoran, Stockente, Feldhase und Nachtigall angesiedelt“, sagt Schmidt. Warum also nicht auch der Storch?

Zumal ihm die BBZ-Schüler in den vergangenen Wochen eine so komfortable „Kinderstube“ aus Metall und Weide gebaut haben, im Unterricht. Denn zwischen dem Nabu Köllertal und dem Berufsbildungszentrum besteht seit Jahren eine Partnerschaft. „Wir haben hier schon Zäune aufgestellt, Pflegemaßnahmen durchgeführt und jetzt diese Nisthilfen gebaut“, sagt Schulleiter Norbert Moy. Der Nabu stellte das Material, die VSE zwei ausgediente Strommasten zur Verfügung, plus die „Manpower“. Und jetzt warten die Etagèren auf Klapperstorch & Co. Auch die Schülerin Michelle Britten freut sich: „Wir sind begeistert. Das ist doch mal ein sinnvolles Projekt, mit dem wir den Tieren helfen können und bei dem wir gleichzeitig viel gelernt haben.“

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