Meinung: Bürgermeister? Wär‘ nichts für mich

Meinung : Bürgermeister? Wär’ nichts für mich

Zu den Berufen, die eher nichts für mich wären, gehört das Amt eines Bürgermeisters. Nicht wegen der Verwaltungsarbeit, sondern wegen der Erwartungshaltung, die diesem Amt entgegengebracht wird. Es gibt unzählige Vereine, Jubiläen, sozial oder kulturell engagierte Menschen, Ortsfeste … Und jeder freut sich – mancher erwartet es sogar –, dass der Bürgermeister kommt.

Einige Menschen machen das sicher wirklich gerne, ständig und auch an vielen Wochenenden bei Feiern und Festen zu sein, mir wär’s zu viel. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich haben es Vereine und viele engagierte Menschen verdient, sehr sogar, wenn sie gewürdigt werden – der Wert etwa von Vereinen für das Gemeinwesen, für den Zusammenhalt der Gesellschaft und auch für den Menschen als Individuum ist immens. Dennoch ist die Zeit auch eines Bürgermeisters und jedes anderen Amtsträgers begrenzt. Und ich billige jedem Menschen, egal ob Kommissar, Arzt, „Promi“ oder Bundeskanzler, auch ein Anrecht auf Privatleben zu. Und schließlich: Haben wir nicht – egal in welcher Stadt und von welcher Partei – alle etwas von einem ausgeschlafenen Amtsträger, der seine eigentliche Arbeit gut erledigt?

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