Mehr Ansehen für die Burg Bucherbach

Mehr Ansehen für die Burg Bucherbach

Köllerbach. Die Interessengemeinschaft (IG) Burg Bucherbach hat sich vorgenommen, die historische Bedeutung der mittelalterlichen Köllerbacher Burg wieder ins Bewusstsein zu rücken. Die 1326 erstmals urkundlich erwähnte und vermutlich im zwölften Jahrhundert errichtete Burg diente den Grafen von Nassau-Saarbrücken als Verwaltungssitz im Köllertal

Köllerbach. Die Interessengemeinschaft (IG) Burg Bucherbach hat sich vorgenommen, die historische Bedeutung der mittelalterlichen Köllerbacher Burg wieder ins Bewusstsein zu rücken. Die 1326 erstmals urkundlich erwähnte und vermutlich im zwölften Jahrhundert errichtete Burg diente den Grafen von Nassau-Saarbrücken als Verwaltungssitz im Köllertal. Nach einer wechselvollen Geschichte - im Jahre 1740 war das Gemäuer sogar schon zum Abbruch freigegeben - wurden die Überreste zwischen 1982 und 1984 grundlegend saniert. Das Burgareal wird in unseren Tagen für zahlreiche Veranstaltungen genutzt. Die IG glaubt jedoch, dass das mitten im Ort gelegene historische Gemäuer noch viel interessanter - ja sogar zu einem echten Besuchermagnet - aufgewertet werden könne, und hat daher den Burgenfachmann Joachim Zeune verpflichtet. Der Mittelalter-Archäologe soll erforschen, wie der Wert von Bucherbach sichtbarer gemacht werden kann. Zeune vom Büro für Burgen-Forschung in Eisenberg im Allgäu gilt als bedeutender Burgen-Kenner und hat im Saarland unter anderem schon an der Burg Dagstuhl in Wadern und an der Teufelsburg in Überherrn geforscht. Nach ersten Vorstellungen des Experten sollte die Köllerbacher Burg mit Schautafeln und einem Leitsystem gezielter begehbar gemacht werden. Es sollten Absturzsicherungen an den höher gelegenen und erreichbaren Stellen eingebaut werden, und vor allen Dingen soll intensiv für die Anlage auch im Internet geworben werden. Zeune schlägt weiter vor, das im Südturm eingerichtete Museum moderner zu gestalten und die ganze Anlage im Zustand des 15. Jahrhunderts virtuell zu rekonstruieren. Bei einer Untersuchung der Bausubstanz stellte der Archäologe fest, dass die Erbauungszeit der Burg nur schwer zu ermitteln sei. Er sagte: "Unter anderem sind die Türme nicht zur gleichen Zeit errichtet worden. Interessant sind die großen Schießkammern und die Schießscharten für kleinere Geschütze und Hakenbüchsen." Die Hakenbüchsen waren gewissermaßen die Nachfolge-Waffen der "Faustrohre" mit Kolben und Luntenschloss. Der IG-Vorsitzende Kunibert Jost betont, dass keine größeren Eingriffe in die Bausubstanz und keine Umnutzungen geplant seien, die der Burg schaden könnten. "Wir setzen uns nur dafür ein, dass die Erschließung der Burg verbessert wird. Sie soll gemeinsam mit der Martinskirche, mit Uhrmachers Haus und der früheren Aspenschacht-Anlage zu einer touristischen Attraktion im Köllertal werden. Bei diesem Vorhaben arbeiten wir eng mit der Stadt Püttlingen zusammen." Zeuners Arbeit in Köllerbach wird im Übrigen vom Kultusministerium bezahlt. Die Sanierung des Mauerwerks der Burg geht derweilen zügig voran. Mitarbeiter der Dirminger Firma bbr säubern die Sandsteine mit Messingbürsten und profilieren mit Zungenkellen die Fugen. Erst wenn diese aufwendigen Handarbeiten erledigt sind, kann alles mit Quarzsand gestrahlt werden.