| 21:17 Uhr

Handball-Oberliga
Marion Müller krönt Aufholjagd des HSV Püttlingen

Püttlingen. xxx Von Philipp Semmler

Zehn Minuten vor dem Ende schien das Spiel in der Handball-Oberliga zwischen dem HSV Püttlingen und dem TV Bassenheim entschieden. Als Bassenheims Eva-Maria Lennartz einen Siebenmeter an Püttlingens Torfrau Kathrin Chomiak vorbei ins Netz warf, hieß es 19:15 für den TV. Wohl kaum einer der 120 Zuschauer glaubte noch an einen Sieg der Gastgeberinnen. HSV-Trainer Hans-Werner Müller sagt: „Eigentlich war das Spiel da entschieden. Doch wir haben nie aufgegeben. Das ist das große Plus dieser Truppe.“


Seine Mannschaft spielte in der Schlussphase stark. In der Abwehr ließ sie keinen Treffer mehr zu. Und vorne kämpfte sie sich Tor um Tor heran. Karoline Bittern ließ mit dem 16:19 Hoffnung auf einen Punktgewinn aufkommen. Dann kam der Auftritt von Renata Szabo. Mit drei Treffern in Folge glich die Ungarin zum 19:19 aus. 43 Sekunden vor dem Ertönen der Schluss-Sirene gelang Marion Müller der 20:19-Siegtreffer. Nachdem Müller mit einem Wurf an Anke Balmert gescheitert war, sprang sie in den Kreis und boxte den Abpraller unter den Beinen der Torhüterin hindurch ins Netz.

Danach gab es große Freude bei den Püttlingerinnen und wütende Proteste der Spielerinnen des TV Bassenheim. Die monierten, Müller habe bei ihrer Aktion im Kreis gestanden. Die Unparteiischen Johanna Saul und Sarah-Kristin Kull gaben den Treffer aber. „Ich kann es nicht beurteilen. Ich habe es nicht genau gesehen. Umstritten war der Treffer aber“, sagte Trainer Müller.



Vor der packenden Schlussphase der Begegnung, die auch von starken Torhüterinnen geprägt war, hatte die Führung ständig gewechselt. Der HSV Püttlingen hatte den besseren Start erwischt und lag nach sieben Minuten mit 5:3 vorne. Dann drehte der TV Bassenheim auf und erarbeitete sich zehn Minuten vor der Pause eine 10:6-Führung. Danach war wieder Püttlingen besser – bis zur Pause hieß es 12:10 für den HSV. Im zweiten Durchgang dominierten wieder die Gäste – bis zur Aufholjagd der Püttlinger Frauen.

„Unterm Strich war es ein glücklicher Sieg“, sagt Trainer Müller: „Ein Unentschieden wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen.“ Durch den Heimsieg eroberte sich Püttlingen den dritten Tabellenplatz zurück. Den hatte Bassenheim in der Vorwoche vom HSV übernommen.

Vor dem Spiel gegen Bassenheim hatte der HSV eine bittere Nachricht erhalten: Die Verletzung, die sich Rückraumspielerin Nathalie Wagner bei der 21:23-Niederlage am Samstag vor einer Woche beim VTV Mundenheim zugezogen hatte, hat sich als Kreuzbandriss herausgestellt. Sie wird monatelang fehlen – auch am Ostermontag, 2. April, in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken. Der Oberligist trifft beim Finalturnier des Saarlandpokals um 11 Uhr im Halbfinale auf Saarlandligist HSG TVA/ATSV Saarbrücken. Sollte Püttlingen die Partie gewinnen, würde der HSV um 15.30 Uhr im Finale auf den Sieger der Begegnung zwischen dem TV Merchweiler (Saarlandliga) und dem SV Zweibrücken (Oberliga) treffen). Der HSV Püttlingen gewann den Pokal zuletzt dreimal in Folge.