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125 Jahre MGV Ritterstraße
Männergesangsverein Ritterstraße ließ sich feiern

Püttlingen. Chöre haben meist für jeden Anlass das rechte Liedchen parat. So auch der Männergesangsverein (MGV) Ritterstraße, der am Sonntagnachmittag im Gasthaus Schmeer Festakt zum 125-jährigen Bestehen hatte. Von Andreas Lang

„Lasst uns beginnen, froh zu singen“, eröffneten sie das Programm. Weil auch die befreundeten Chöre des MGV Reingold und der gemischte Chor im Sängerchor Bischmisheim mitwirkten, blieb den Gastgebern nichts, außer sich für die Raumnot zu entschuldigen. Bei Liedern, die unter anderen folgten, verbargen sich hinter wenig aussagekräftigen Titeln sehr bekannte Schlager. Das im Programm aufgeführte „Heimweh“ ist vielen bestens bekannt, einst gesungen von Freddy Quinn: „So schön war die Zeit“. Das angekündigte Abendlied hat Bill Ramsey einst interpretiert: „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett.“ Eine humoristische Nummer, die noch immer gut ankommt, wie sich beim Vereinsjubiläum zeigte, ehe Georg Riehm, Vorsitzender des MGV Ritterstraße, in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreischorverbandes Saarbrücken, zahlreiche verdiente Sänger ehrte. An der Spitze Helmut Alt, einst, wie heute Riehm, Vorsitzender des Jubelvereins und mittlerweile Ehrenpräsident. Inzwischen stolze 93 Jahre alt und seit 75 Jahren als aktiver Sänger geführt. Der rüstige Tenor ist immer noch gut bei Stimme und gut gelaunt auf der Bühne.


Zum 100-Jährigen hatte der MGV Ritterstraße, wie die meisten Gesangsvereine, die Zelterplakette erhalten. Der damalige Bundepräsident Richard von Weizsäcker hat den Ritterstraßern diese Medaile 1993 überreicht, wie aus der Kurzbiografie des Vereins zu erfahren ist. Und: Die Sänger der ersten Stunde waren vorwiegend Bergleute, Hüttenarbeiter und Landwirte, nach den Weltkriegen war ein Neuanfang von Nöten. Mit vielfältiger Literatur sei der Verein weiter in vielen Bundesländern zu Gast gewesen und habe auch in Frankreich, Östereich, Schweiz, Italien und Spanien Auftritte absolviert. Da auch Liturgie zur Chor-Literatur gehört, zählt die Mitgestaltung eines Fronleichnamgottesdienstes in der Kathedrale von Palma de Mallorca vor 3000 Menschen zu den Vereinshöhepunkten.

Aktuell jedoch hat der Verein zu kämpfen: „Wir teilen das Problem aller Männerchöre im Saarland: Sie gehören einer aussterbenden Spezies an.“ Aber Gegenmaßnahmen sind bereits eingeleitet: „Wir werden was dagegen tun und uns nicht kampflos ergeben: Wir sind dabei, einen Frauenchor zu gründen.“ Proben haben bereits stattgefunden, interessierte Sängerinnen sind stets willkommen.