Lesetipps frisch aus den Köllertaler Buchhandlungen

Ferienzeit, Schmökerzeit : Lesetipps frisch aus den Köllertaler Buchläden

Große Historie, schwere Sachbuchkost? Harte Krimis oder Liebe? Der Lesesommer bietet viel. Auch Zauberhaftes für Kinder und Jugendliche. Buchhändlerinnen aus dem Köllertal haben uns ihre Spezialtipps verraten.

„Ferdinand von Schirach will in seinem neuen Buch ‚Kaffee und Zigaretten’ erzählen, nicht belehren. Und kann es doch nicht lassen“, schreiben die Kollegen der „Süddeutschen“. „Das Buch, eine autobiographische Erzählung, steht auf meiner Liste ganz oben“, sagt Sibylle Gardlo von der Riegelsberger Bücherstube. Kostet 20 Euro, hat 187 Seiten.

Hochaktuell, brisant, aufrüttelnd beschreibt die norwegische Autorin Maja Lunde „Die Geschichte des Wassers“. Der zweite Teil des Klimaquartetts, hier zweiter Tipp der Buchhändlerin Gardlo, beschäftigt sich mit den Themen Trinkwasser, Überschwemmungen, Klimaschutz, „sehr empfehlenswert“, sagt Gardlo.

Etwas weiter zurück, exakt 50 Jahre, liegt „Apollo 11 – Der Wettlauf zum Mond und der Erfolg einer fast unmöglichen Mission“ von James Donovan. „Brandgefährlich, atemberaubend spannend, die ideale Sachbuchliteratur“, sagt Gardlo.

Wer’s lieber kriminologisch spannend mag, dem empfiehlt die Fachfrau der Bücherstube den neuesten Roman von Jean-François Parot mit dem Titel „Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe“, darin gibt es geballte Eifersucht, einen Giftmord und Polizeiarbeit im Paris des ausgehenden 18. Jahrhundert.

Mädchen ab zwölf Jahren schlägt Gardlo Band 3 der kanadischen Autorin India Desjardins aus der Reihe „Das verdrehte Leben der Amelie“ vor, Untertitel: „Sommerliebe“; darin enthalten: 320 Seiten über das „Chaos der Pubertät“ und wie Jugendliche damit umgehen.

„Der grüne sprechende Pupssack ist ziemlich kitzelig“, stellen die Helden in Charlotte Habersacks Kinderbuch „Bitte nicht öffnen ... Schleimig!“ schnell fest. „Denn natürlich öffnen die Kinder das Päckchen sofort, und dann passieren lustig-wundersame Dinge“, sagt Gardlo, die zu guter Letzt noch eine ganze Sachbuchreihe für Kinder und Jugendliche empfiehlt mit dem Titel „Wieso, weshalb, warum?“ Darin gibt es Themen wie Jahreszeiten, Feuerwehr, Straßenverkehr, Wald, Natur, Tiere und so fort, schön bebildert und schon für Kinder ab vier Jahren geeignet.

In der Püttlinger Buchhandlung Balzert kommt die Fachfrau Christina Barbian aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Besonders haben es ihr dieses Jahr die Kinder- und Jugendbücher angetan: „Ich bin ja absoluter Fan der Reihe ‚Schule der magischen Tiere’. Jetzt gibt es mit ‚Endlich Ferien’ einen neuen Band mit Helene und ihrem sprechenden Kater Karajan, die haarsträubende Abenteuer in Paris erleben“ – geeignet für Kinder ab acht Jahren, und: „Als Extra gibt es zu dem Buch ein tolles Rätselheft.“

Als zweites Kinder- und Jugendbuch empfiehlt Barbian „eine coole Reisegeschichte“ mit dem Titel „In acht Tagen um die Welt“ , geeignet ab einem Lesealter von elf Jahren, in der es viel um Emotionen in einem bewegenden Alter gehe.

Schließlich nennt die Püttlinger Fachfrau noch eine Bücherreihe mit dem Titel „Verrückte Lücken“, die sich, auf lustige Weise, mit den Themen Grammatik, Rechtschreibung und Kreativität auseinandersetzt. Dazu passt gut eine weitere Empfehlung von Barbian, dieses Mal ein Sachbuch mit dem Titel „Deutschland verdummt“, mit dem der Autor Michael Winterhoff, im Hauptberuf Kinder- und Jugendpsychiater, kritisch mit dem bestehenden Bildungssystem ins Gericht geht.

Spannendes Sachbuch: „Apollo 11“ von John Donovan. Foto: Verlag. Foto: Verlag
Historischer Krimi: „Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe“. Foto: Verlag. Foto: Verlag
Für Mädchen ab zwölf: „Das verdrehte Leben der Amélie – Sommerliebe“. Foto: Verlag. Foto: Verlag
Roman: „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger. Foto: Verlag. Foto: Verlag
Kritik am  Bildungssystem: „Deutschland verdummt“. Foto: Verlag. Foto: Verlag

Endzeitstimmung plus die drängendsten Fragen der Menschheit bestimmen das Buch „Der Wal und das Ende der Welt“ des Autors John Ironmonger, dazu Barbian: „Ein ziemlich verwickeltes Buch über Freundschaft, Überlebenswille, Heldentum, Zeiten der Not, Endzeitstimmung, Liebe, das sich trotzdem von Anfang bis Ende sehr geschmeidig lesen lässt. – Genau das Richtige für den Sommer.“

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