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Lebendiges Dorfleben in Rittenhofen

Lebendiges Dorfleben : Wie aus alten Christbäumen Gutes wird

Der rührige Backhausverein Rittenhofen sammelte ausgediente Weihnachtsbäume gegen Spende für den guten Zweck.

Keine 700 Einwohner hat der Köllerbacher Ortsteil Rittenhofen, doch das Dörfchen macht ganz schön was los – dank des regen „Backhausvereins“. Der einzige Verein im Ort ist auch über dessen Grenzen bekannt, und das nicht nur wegen des fast schon berühmten Flammkuchens, der zu etlichen Gelegenheiten im Backhaus entsteht, sondern auch wegen diverser Veranstaltungen, etwa zur Hexennacht oder mal mit Freilicht-Theater – Termine, bei denen man immer viel Publikum „von außerhalb“ findet. Was vielleicht außerhalb des Ortes weniger bekannt ist, dass sich der Verein auch für gute Zwecke engagiert und dabei den Menschen im Ort auch eine ganz bestimmte Arbeit abnimmt: Jedes Jahr nach Weihnachten geht’s von Haus zu Haus, und die ausgedienten Christbäume werden eingesammelt – gegen einen kleinen Obolus.

„Wir sind vom Backhausverein und sammeln für eine Spende die Weihnachtsbäume ein...“, mit diesem Slogan ging es auch diesmal wieder von Tür zu Tür, und das – trotz schlechten Wetters – mit einer Rekordbeteiligung seitens der „Backhäusler“, denn „44 helfende Hände“ waren es diesmal, schildert Vereins-Pressesprecher Ralf Dreßler, „22 große und kleine Rittenhofer mit Sammeldose, Handschuhen und einem Traktor samt großem Anhänger waren unterwegs. Viele Leute hatten sich schon vorbereitet, die Bäume zur Entsorgung bereitgelegt, und warteten bereits auf die Einsammler.“ Zweimal tuckerte Rudi Feld mit seinem großen Anhänger zum Forsttechnischen Betrieb von Oliver Albert, wo das Holz der Bäume weiterverarbeitet wird.

Die Spenden sind – zumal immer der ein oder andere Betrag nachgereicht wird – noch nicht komplett ausgezählt, dürften aber bei deutlich über 600 Euro liegen. Und wofür wird das Geld verwendet? „Das wird vom Vorstand noch beraten und in der Jahreshauptversammlung am 24. März entschieden“, so Dreßler.

In den vergangenen Jahren waren schon die verschiedensten guten Zwecke gefördert worden, „mal ist es an eine Familie in Not gegangen, mal an eine Jugendgruppe oder auch an die Außenstelle des Theresienheims“, so Dreßler, „einmal hat es auch die Stadt Püttlingen an zwei Familien in Not weitergeleitet“.

Das Backhaus war einst ein alter Bockstall gewesen. Bis 1980 standen unterhalb des Amelsberges besagter Stall und auch ein altes Hirtenhaus. Bei der Stadt Püttlingen gab es damals Überlegungen, die alten Gebäude abzureißen und die Grundstücke zu verkaufen. Doch viele Rittenhofer wollten lieber einen Dorfplatz haben und den Stall erhalten. Mit Hilfe eines neuen Vereins gelang das auch – doch was aus dem Stall machen? Die Meinungen gingen auseinander. Der damalige Püttlinger Bürgermeister Rudolf Müller habe dann die Idee mit dem Backhaus gehabt – 1984 wurde es eröffnet. Es gehört der Stadt Püttlingen, die hat es aber für 99 Jahre an den Verein verpachtet. Der finanziert sich – außer durch die Mitgliedsbeiträge – auch durch seine Veranstaltungen und durch das Vermieten des Backhauses für bis zu etwa 30 Personen – dabei kann man auch „backen lassen“.

Der Verein dient, laut Satzung, „der Förderung der Dorfgemeinschaft, Unterhaltung des Dorfplatzes und des Backhauses und der Erhaltung des ländlichen Charakters des Ortsteils Rittenhofen”. Es gibt Veranstaltungen für Jung und Alt, „es ist für jeden was dabei“, so Dreßler – was auch ein Grund dafür sein dürfte, dass der Verein keine Nachwuchssorgen kennt und sich auch der Vorstand immer mal wieder verjüngt.

www.rittenhofen.de