Landleben begeisterte junge Gäste

Numborn. "Igitt, das Pferd pupst die ganze Zeit", beschwert sich Lisa (7). "Ja, und? Das machen wir doch auch", kontert einer ihrer Mitschüler grinsend. Trotz Blähungen des Pferdes ist die "Pferdestation" beim Numborner Bauern-Fest sehr beliebt. Vor allem Jimmy, das 20-jährige Shetlandpony, ist stets von Kindern umringt und genießt die Streicheleinheiten

Numborn. "Igitt, das Pferd pupst die ganze Zeit", beschwert sich Lisa (7). "Ja, und? Das machen wir doch auch", kontert einer ihrer Mitschüler grinsend. Trotz Blähungen des Pferdes ist die "Pferdestation" beim Numborner Bauern-Fest sehr beliebt. Vor allem Jimmy, das 20-jährige Shetlandpony, ist stets von Kindern umringt und genießt die Streicheleinheiten. Doch es gibt auch einiges zu lernen: Mit Hilfe eines Kaltblutpferdes wird den Kindern demonstriert, wie man im Wald gefällte Bäume zu einem Weg transportiert und erläutert, warum diese Art des Holzrückens naturschonender ist als mit Hilfe von Traktoren. Während die Mädchen begeistert den Pferden zuschauen, interessieren sich die Jungen vor allem für die Traktoren. Doch die Arbeit des Hufschmieds zieht alle in ihren Bann: "Jetzt ziehen wir dem Pferd erst mal die alten Schlappen aus", erklärt der Hufschmied. "Aber das tut dem Pferd doch weh", meint eine junge Besucherin. "Nein, dir tut es doch auch nicht weh, wenn du deine Schuhe ausziehst, oder?", erwidert der Hufschmied.Der Beruf des Korbflechters stellt eine weitere Station dar. Mit großem Interesse schauen alle dem Korbflechter bei seiner Arbeit zu und dürfen sogar selbst Hand anlegen. Da die Zweige jedoch länger sind als gedacht, müssen die umher stehenden Zuschauer öfter mal in Deckung gehen, um nicht getroffen zu werden. Eine kleine Stärkung zwischendurch gibt es für die Kinder an der Station "Butterherstellung". Dort zeigen Frauen, wie man traditionell Butter produziert und schmieren den Kindern auch gleich ein paar Butterbrote als Kostprobe.

Kleinste Schafrasse der Welt

Doch auch bei dieser Station können alle mal selbst ausprobieren, wie anstrengend das Stoßen im Butterfass sein kann. Da ist das Streicheln und Füttern der Tiere gleich viel angenehmer. Saarländische Ziegen- und Schafzüchter präsentieren den jungen Besuchern unterschiedliche Rassen, darunter sogar die kleinste Schafrasse der Welt, die Ouessantschafe (Bretonische Zwergschafe).

Damit die Kinder aber auch lernen, dass Ziegen und Schafe nicht nur zum Streicheln sind, können sie zum Beispiel frische Ziegenmilch probieren und dem Scherer beim Scheren seiner Schafe zuschauen. "Aber das Schaf kann doch nicht die ganze Zeit nackt rumlaufen", empört sich eine junge Besucherin mit kritischem Blick.

Auch durch die Demonstration des Dengelns von Sensen und der Arbeit eines Seilers wurden den Kindern am Freitag das ländliche Leben und alte Berufe näher gebracht.

Das Numborner Bauern-Fest wird an diesem Samstag und Sonntag fortgesetzt. Auf dem Programm stehen zum Beispiel der Bauernmarkt mit rund 50 Anbietern, eine Ausstellung mit Traktoren-Oldtimern, eine Tier- und eine Landmaschinenschau sowie Livemusik im Zelt.

Mehr von Saarbrücker Zeitung