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Kürbisberge und Anschauungshühner

Kürbisberge und Anschauungshühner

Obersalbach. Lieber ganz klassisch Rostwurst und kühles Bier - oder doch lieber, zum Herbst passend, Federweißer und Zwiebelkuchen oder gar Sahnetorte und frisch aufgebrühter Kaffee? Vor dieser schwierigen Wahl standen am Sonntag die zahlreichen Besucher des Erntedankfests rund um die Kirche in Obersalbach

Obersalbach. Lieber ganz klassisch Rostwurst und kühles Bier - oder doch lieber, zum Herbst passend, Federweißer und Zwiebelkuchen oder gar Sahnetorte und frisch aufgebrühter Kaffee? Vor dieser schwierigen Wahl standen am Sonntag die zahlreichen Besucher des Erntedankfests rund um die Kirche in Obersalbach.

Gut dran waren die Festbesucher, die gleich nach dem festlich gestalteten Erntedank-Gottesdienst im Dorf blieben und reichlich Zeit mitgebracht hatten. Hunger und Durst natürlich auch. Das Wetter spielte den ganzen Tag lang mit, und die Sonnenstrahlen sorgten am Nachmittag für angenehme Temperaturen, ein Sitzplatz war kaum zu ergattern. "Der Brauch, am letzten Sonntag im September Danke zu sagen für die Ernte, ist sehr alt, und auch in Obersalbach haben die Bauern immer schon zünftig gefeiert", erklärte Hans Krächan.

"Ihn fragen wir, der weiß bestimmt, seit wann es das Fest hier gibt", antwortete Ortsvorsteher Tino Elberskirchen auf die Frage nach den Wurzeln des Festes. "Erntedank als Volksfest wird in dieser Form seit 1986 veranstaltet", erklärte Krächan, "denn in diesem Jahr hatten wir die Vereinsgemeinschaft gegründet", so der Dorfchronist. Und alle zehn Obersalbacher Vereine, betonte Elberskirchen, haben am Sonntag beim Fest mitgeholfen, jeder Verein nach seinen Möglichkeiten. So wie der Obst- und Gartenbauverein, der eine riesige Auswahl an Kürbissen bereithielt. Ein ganz großes Exemplar lud zum Schätzspiel ein.

"Ein Höhepunkt für Nasen und Gaumen", verriet Remigius Philippi, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, "ist unser Obersalbacher Vollkornbrot, das es nur zu ganz besonderen Anlässen gibt." Bereits am frühen Nachmittag hieß es für alle Kunden, die nicht vorbestellt hatten, leider ausverkauft. "Es ist kein Geheimrezept, mit dem wir backen, vielmehr ist es pure Natur, die allen so gut schmeckt", erzählte Alois Neu, der immer zu Erntedank schon ab 4 Uhr in der eigens hergerichteten Backstube steht. Gemeinsam mit Horst Klasen, der auf die Wärmeregulierung des Steinbackofens achtet, hat er am Sonntag gut 160 Brote gebacken. Ganz so viele Eier haben die Legehennen von Katja Zenner, Mitinhaberin des Geflügelhofs Zenner, wohl nicht gelegt. Sie waren als "Anschauungsmaterial" auf den Dorfplatz umgezogen. "Wir wollen vor allem den Kindern zeigen, wie eine Legehenne aussieht", sagte sie.

Sonst als Helferin in einem der Vereine, machte sie in diesem Jahr Werbung für den Betrieb, "und ich glaube, so einen Andrang wie in diesem Jahr hatten wir noch nie beim Obersalbacher Erntedankfest".