Kritik an Ehrung durch die Stadt Püttlingen

Was gehört zur Amtspflicht eines Bürgermeisters? : Kritik an Ehrung durch die Stadt Püttlingen

Einladung zu spät, Bürgermeisterin nicht da, Geehrter fühlt sich schlecht behandelt. Amtsinhaberin nennt Hintergründe.

Auf Einladung von Bürgermeisterin Denise Klein (SPD) war der Püttlinger Natur- und Vogelschützer Franz-Josef Backes am 7. Oktober mit anderen Jubilaren zu einer Feier der Stadt eingeladen. Den Anlass bot der 80. Geburtstag von Backes. Doch aus dessen Sicht war einiges schiefgelaufen: In der Einladung, die ohnehin erst nach der Anmeldefrist eingegangen sei, habe weder das Datum der Feier noch die Telefonnummer zum Anmelden gestimmt. Auch ärgerte sich Backes darüber, dass die Bürgermeisterin sich bei der Feier vom Beigeordneten Dominik Becker (SPD) vertreten ließ, weil sie in Urlaub gewesen sei. „Geht man so mit älteren Menschen um?“, schreibt Backes. Bisher seien Jubilare immer vom Bürgermeister zu Hause besucht und geehrt worden. Doch Denise Klein habe es sich mit der Einladung ins Mehrgenerationenhaus einfach gemacht.

Was sagt die Bürgermeisterin dazu?  Die Telefonnummer auf dem Anschreiben sei richtig gewesen, als Tag der Jubilarfeier habe irrtümlich Freitag statt Montag, 7. Oktober, gestanden. Die Stadt habe den Fehler bemerkt und sich schriftlich entschuldigt. Für die zu späte Zustellung sei der Postdienstleister verantwortlich gewesen. Die Termine für alle Veranstaltungen der Stadt seien schon im Juni festgelegt worden. Damals habe sie, gerade neu im Amt,  noch nicht gewusst, wann sie ihren Urlaub antrete. Erst nach der konstituierenden Ratssitzung am 29. August habe sie ihren Urlaub planen und mit den Beigeordneten ihre Vertretung abstimmen können.

Grundsätzlich versuche sie immer, bei allen Veranstaltungen anwesend zu sein, sagt Klein. Sie sei sich aber bewusst, dass sie das nicht immer schaffen kann.

Im Falle der Jubilarfeier vom 7. Oktober bedauere sie dies, da sie die Begegnungen mit den Senioren immer sehr genieße.

Die Frage der Form der Alters- und Ehejubiläen werde in der Stadtverwaltung seit langem diskutiert, auch vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage der Jubilare nach einem persönlichen Besuch stark rückläufig sei. Denise Klein nennt Zahlen: Im Jahr 2018 habe es 314 Jubilare gegeben. Der Bürgermeister besuchte 23 von ihnen, 42 bekamen die Glückwünsche zuhause von einem Beigeordneten. Das zeige, dass nur rund 20 Prozent der Jubilare einen Besuch gewünscht hatten. Deshalb habe sie nach ihrer Wahl zur Bürgermeisterin eine andere Form der Ehrung beschlossen. Der Zuspruch bei der Jubilarfeier am 7. Oktober gebe ihr Recht: 27 Jubilare seien der Einladung gefolgt, 19 hätten die Einladung nicht angenommen beziehungsweise aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Zudem sei Franz-Josef Backes der Einzige, der sich kritisch über die neue Form der Ehrungen geäußert habe. Deshalb fragt sich die Bürgermeisterin auch, ob es dabei wirklich um die Sache gehe oder „nur darum, Kritik an mir persönlich loszuwerden“.

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