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„Kommunikation zwischen den Generationen“

Am Freitag wurde das Mehrgenerationenhaus in Püttlingen feierlich eröffnet; von links: Beigeordnete Denise Klein, Reinhold Schmitt, Staatssekretärin Elke Ferner, Pastor Franz-Josef Werle, Bürgermeister Martin Speicher, Ministerin Monika Bachmann und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. Fotos: Andreas Engel
Am Freitag wurde das Mehrgenerationenhaus in Püttlingen feierlich eröffnet; von links: Beigeordnete Denise Klein, Reinhold Schmitt, Staatssekretärin Elke Ferner, Pastor Franz-Josef Werle, Bürgermeister Martin Speicher, Ministerin Monika Bachmann und Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. Fotos: Andreas Engel
Püttlingen. Das Püttlinger Mehrgenerationenhaus ist nun offiziell eröffnet. Der Betrieb des Hauses wird etwa 80 000 Euro pro Jahr kosten. Walter Faas

Tabletkurs oder Turnen? Süß backen? Oder deftig kochen? Alt trifft Jung, und alles wird möglich, das ist das Ziel im Mehrgenerationenhaus Püttlingen. Am Freitag wurde es mit viel Politprominenz und frommen Wünschen eröffnet. Ab sofort ist es an fünf Tagen in der Woche geöffnet.

"Dynamik entsteht, wenn gute Ideen auf engagierte Menschen treffen." - Das sagte zur Eröffnung des Mehrgenerationenhauses (MGH) Gerhard Ballas, Vorsitzender des Landesseniorenbeirates. Traf er damit den Nagel auf den Kopf? "Ja!", befanden vorbehaltlos die Redner des Abends. Das waren der Hausherr, Bürgermeister Martin Speicher, die saarländische Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Monika Bachmann, die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesfamilienministerium Elke Ferner, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und Pastor Franz-Josef Werle, der auch namens seines verhinderten evangelischen Kollegen Pfarrer Joachim Conrad die Räume einsegnete.

Bis November arbeiteten auf der gleichen Etage noch Beamte des Polizeipostens Püttlingen, jetzt zog dort, nach einigen Renovierungsarbeiten, das MGH ein. In Zeiten des demografischen Wandels - Menschen werden älter, Familien kleiner, Patchwork-Familien häufiger, soziale Netzwerk geringer - ist die Idee zu Mehrgenerationenhäusern entstanden, als Begegnungs- und Kommunikationsstätte für Menschen aller Generationen, mit Förderung durch das Bundesfamilienministeriums und andere Stellen.

550 solcher Häuser gibt es mittlerweile in Deutschland, acht im Saarland, drei im Regionalverband Saarbrücken, die Bedeutung, so heißt es, wachse.

"Jedes MGH ist ein Unikat mit ganz eigenen Angeboten, die sich im Lauf der Jahre auch verändern können", betonte Elke Ferner. Ministerin Monika Bachmann sagte: "Kommunikation zwischen den Generationen tut not, hier kann sie sich entwickeln."

Peter Gillo wies auf folgendes hin: "Allein 20 000 Menschen im Regionalverband Saarbrücken sind über 80 Jahre alt, mit steigender Tendenz. Einsamkeit und Kontaktarmut sind das Letzte, was diese Menschen brauchen können. Deshalb fördern wir auch die aufsuchende Sozialarbeit."

Bürgermeister Speicher hob den hohen Kommunikations- und Dienstleistungsaspekt sowie den beabsichtigten Austausch bei "regelmäßigen Zusammentreffen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, älteren und auch sehr alten Menschen" hervor.

"Auch in der Stadt Püttlingen", so Speicher, "brauchen Menschen verschiedenen Lebensalters einen Raum, wo man sich ungezwungen begegnen kann, sich unterhält, voneinander lernt und profitiert, daher dieses MGH."

Schon ein Blick in das Programm der ersten zwei Wochen, ab Dienstag, 21. März, zeigt, worauf es ankommt: Hier geht es beispielsweise um diverse aktive Küchenerlebnisse, Gymnastik, Gesang. Dazu bietet stets das angeschlossene "Café Zeitlos" die Möglichkeit, sich zwanglos zum Gespräch und Austausch zu treffen, bei Schmandkuchen, Donauwelle und diversen anderen Kuchen, die in der Küche des MGH Püttlingen entstehen.

Wie viel kostet es eigentlich, so ein Haus zu unterhalten?, das wollte die Saarbrücker Zeitung von den Verantwortlichen der Stadtverwaltung wissen. "Wir sind, weil im ersten Jahr, auf Schätzungen angewiesen", antwortet Max Kuhnert, zuständiger Dienststellenleiter. Diese Schätzungen, so Kuhnert, beliefen sich auf etwa 80 000 Euro pro Jahr. Davon übernehme das Bundesfamilienministerium 30 000 Euro. Der Regionalverband Saarbrücken steuere jährlich 5000 Euro bei. Alle weiteren Kosten trägt die Stadt Püttlingen. Das saarländische Familienministerium, so Ministerin Bachmann auf Nachfrage, gebe keine feste Summe, unterstütze das MGH jedoch dadurch, dass es einzelne Kurse und Maßnahmen (beispielsweise bei den Referentenkosten) übernehme. (Bericht zum Tag der offenen Tür folgt.)

Zum Thema:

Öffnungszeiten & Angebote Das Mehrgenerationenhaus in der Völklinger Straße 14 in Püttlingen mit seinem Café Zeitlos ist dienstags bis donnerstags und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet, zudem freitags, 9 bis 13 Uhr. Einbringen können sich alle Püttlinger, ob Privatpersonen, Vereine, Verbände oder Institutionen. Dazu heißt es in der Ankündigung: "Viele unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sind kreativ oder haben handwerkliche Tipps auf Lager, sind technisch begabt, sportlich aktiv oder kochen einfach gerne. Genau solche Menschen suchen wir." Weitere Informationen bei Gabi Marx, Telefon (0 68 98) 6 01-1 23 (zu den Dienstzeiten der Stadtverwaltung) oder per E-Mail an: gabi.marx@puettlingen.de.

Im „Café Zeitlos“ des Mehrgenerationenhauses hat auch die Arbeitsgruppe „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“ eine Bleibe. Dabei geht es um das Einbinden verschiedener Altersgruppen beim Nutzen des Computers; von links: Elfriede Konrad, Edelgard Kellner, Heike Pöß und Heidi Diehl mit Sohn Lukas.
Im „Café Zeitlos“ des Mehrgenerationenhauses hat auch die Arbeitsgruppe „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“ eine Bleibe. Dabei geht es um das Einbinden verschiedener Altersgruppen beim Nutzen des Computers; von links: Elfriede Konrad, Edelgard Kellner, Heike Pöß und Heidi Diehl mit Sohn Lukas.
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