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Köllertaler zeigen Herz für Kinder in Vietnam

Zum Gruppengesang stellten sich die Teilnehmer des Benefizkonzerts in Püttlingen auf. Foto: Jenal
Zum Gruppengesang stellten sich die Teilnehmer des Benefizkonzerts in Püttlingen auf. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Püttlingen. Der Püttlinger Steffen Hällmayr unterstützt arme Kinder in Vietnam. Der im Herbst vergangenen Jahres gegründete Hilfsverein „Hearts for poor Children in Vietnam“ sammelt dazu fleißig Spenden. Das Benefizkonzert brachte dazu 343,60 Euro ein. Andreas Lang

Zebras sind die eitelsten Tiere, die es gibt - das sollte man meinen, wenn man dem Werk "Tuishi Pamoja - Eine Freundschaft in der Savanne" glaubt. Und so singen die Jungs und Mädchen des Püttlinger Kinder- und Jugendchors "Concert Kids" ausdrucksstark aus dem Musical: "Zebrastreifen - was gibt es Schöneres auf der Welt!"

So auch am Samstag in Steffen Hällmayrs Konzertsaal in der Schachtstraße, wohin der Musiker zum Benefizkonzert mit seinen Projekten und Schülern eingeladen hatte, um Spenden für die Initiative "Hearts for poor Children in Vietnam", also "Herzen für arme Kinder in Vietnam", zu sammeln. Unter anderem spielte Astrid de Chantérac kleine Stücke auf dem weißen Konzertflügel, Annika sang mit Papa Eric Coenen das Duett aus dem "Tanz der Vampire" die "Totale Finsternis". Marius von den "Concert Kids" trug ein selbstgeschriebenes Gedicht vor - das die Kriege in Vietnam zum Thema hat und damit den direkten Bezug zum Benefizkonzert herstellt. Der Titel des Gedichtes lautet "Agent Orange " - es ist der Name einen chemischen Kampfstoffes, der während des Vietnamkrieges massenhaft durch das amerikanische Militär von Flugzeugen aus abgeworfen wurde. Eigentlich, so Hällmayr, war das Pulver als Entlaubungsmittel gedacht, es sollte dazu dienen, die dichten Wälder im Kampfgebiet zu entlauben und dadurch den Vietkong-Soldaten die Versteckmöglichkeiten zu nehmen. Tatsächlich sorgt "Agent Orange " aber dafür, dass bis heute überduchschnittlich viele behinderte Kinder zur Welt kommen. Auf seinen Reisen habe er jedenfalls in einem Waisenhaus für schwerstbehinderte Kinder gesehen: "Manchmal kommen dort Kinder zur Welt, die kaum noch als Menschen zu erkennen sind."

Mitglied aus Schweden



Über den beim Benefizkonzert begünstigten Verein berichtete er: Der im letzten Herbst gegründete Hilfsverein "Hearts for poor Children in Vietnam" habe seine Arbeit bereits mit großem Erfolg aufgenommen und sei schon über die Stadtgrenzen Püttlingens hinaus bekannt: Eines der Mitglieder lebt im schwedischen Lerberget. Auch konnten bereits vier Patenschaften vermittelt werden, und es läuft schon ein Prüfverfahren zwecks Adoption eines vietnamesischen Kindes nach Deutschland.

Einzelhilfen gibt es ebenfalls: Im Dezember wurde die zwölfjährige Duyen aus Giong Rieng in Südvietnam bei einer Gaskocherexplosion schwer verbrannt. Hearts for poor Children in Vietnam kommunizierte sofort mit Interplast und startete Spendenaufrufe, und dank vieler beherzter Spender aus Deutschland sowie der Sammlung mehrerer in den USA lebender Vietnamesen gelang es, sämtliche Operationen des Mädchens, dessen Brandwunden bereits schwer infiziert waren, zu bezahlen. Vor Ort unterstützen 70 Volontäre den Verein, die Geldspenden würden zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommen. So schickt der Verein Hilfsgüter auch nicht per Post, sondern die Mitglieder nehmen auf ihren Reisen nach Vietnam möglichst viel davon mit.

Bei dem Konzert in dem proppenvollen Saal wurden 343,60 Euro an Spenden gesammelt. Insgesamt, so Hällmayr, seien im vergangenen halben Jahr fast 2500 Euro gespendet worden, die er schon kommende Woche mit nach Vietnam nehme. Ebenso hat er dann viele Geschenke für die Patenkinder im Gepäck, die von den Paten bei ihm abgegeben wurden.