Köllerbacher hält als Ziegenbesitzer bergmännische Traditionen hoch

Michael Metzger aus Köllerbach : Der Kämpfer für die Bergmannskuh

Michael Metzger aus Köllerbach erinnert mit seinen Ziegen an Zeiten, als die Tiere zu fast jedem Haushalt gehörten.

„Berschmonnskuh“  nannte man zur Blütezeit des saarländischen Kohlebergbaus die „Deutsche Weiße Edelziege“. Sie gehörte irgendwie zum Köllertal, stand im Sommer in großer Zahl auf den Wiesen, im Winter in Ställen oder in selbst gezimmerten Verschlägen. Doch nach und nach sind die Geißen hierzulande aus dem Blickfeld geraten. Gerade einmal 167 Ziegen verzeichnete das Statistische Landesamt für das Saarland im Jahr 2013 im Regionalverband Saarbrücken. Der Köllerbacher Michael Metzger will gegensteuern. Er hat sich vier Deutsche Weiße Edelziegen besorgt, drei Muttertiere und ein Zickel. „Ich habe sie aus dem Schwarzwald, hier hab ich keine Tiere bekommen“, sagt er.

Für die Tiere hat er einen stabilen Unterstand aus robusten Holzbrettern gebaut, Stroh reingebracht, Heu zum Knabbern, natürlich reichlich Wasser und einen Salzleckstein. Er mistet regelmäßig aus, hat den Tieren die Klauen geschnitten („Muss man beobachten und ab und zu kürzen.“) und wendet sich ihnen sogar emotional zu,  und das alles aus nostalgischen Gründen. „Meine leider verstorbenen Großeltern  Hermann und Hilde Himbert hatten immer alle möglichen Tiere, mit denen ich selbst groß geworden bin, ein tolles Erlebnis“, sagt Metzger.

Diese Erfahrung will er mit seiner Lebensgefährtin Sandra Haag auch den beiden Kindern Paul (zweieinhalb Jahre) und Hilda (zwei Monate) weitergeben. Metzger erklärt: „Dafür haben wir in unserem Zuhause auf dem Köllerbacher Sommerberg eine kleine Ziegen- und Hühnerhaltung aufgebaut, die mittlerweile von vielen Spaziergängern vom Waldweg aus bewundert wird.“

Die Rechnung der jungen Eltern auf dem Köllerbacher Sommerberg scheint jedenfalls aufzugehen, denn, so Michael Metzger: „Wir haben sechs Hühner für unseren Eigenbedarf. Unser Sohn übernimmt schon die Aufgabe, täglich die Eier auszuheben, das macht mich unglaublich stolz.“

Zurück zu den zutraulichen Ziegen. Fotogen wirken die 75 Zentimeter großen Tiere mit ihrem schneeweißen Fell, dem putzigen Bärtchen und den geschweiften Hörnern. Ihre Milch galt einst als ideales Allheilmittel gegen die unter Bergleuten stark verbreitete Tuberkulose. So erwarben sich die Geißen ihren Ruf als „Überlebensgarantie“.

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