1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Püttlingen

Knappschaftsklinikum sperrt Krankenhäuser für Besucher

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Knappschaftsklinikum sperrt Krankenhäuser für Besucher

In der Corona-Krise sperrt das Knappschaftsklinikum seine Krankenhäuser in Püttlingen und Sulzbach für Besucher. Ausnahmen soll es nur wenige geben. Damit geht der Betreiber noch über die Vorgaben der Politik hinaus. Zugleich erhöht man die Zahl der Intensivplätze.

Nur so gehe konsequenter Infektionsschutz, erklärte ein Sprecher. Ausnahmen sollen bei Palliativpatienten oder einem besonderem Betreuungsbedarf gelten. Tabu ist auch die Cafeteria. Bereits am Montag hatten das Uniklinikum in Homburg und das Klinikum Saarbrücken einen „Besucherstopp“ verhängt . Auf dem Winterberg sollen Besucher „nur noch im Ausnahmefall“ durch den Haupteingang eingelassen werden. Sonderregeln gelten hier im Kreißsaal, für Erziehungsberechtigte und Betreuer sowie bei Patienten, die im Sterben liegen. In Homburg dürfen Schwerkranke und Kinder weiterhin Besuch bekommen. Externe können mit dem Auto nur noch über die Haupteinfahrt auf das Gelände gelangen.

Damit gehen die Kliniken über das hinaus, was Bund und Länder am Montag vereinbart haben. Die Politik verlangt von den Krankenhäusern klare Vorgaben zu den Besuchszeiten – etwa einen Besucher täglich oder für eine Stunde. Schon vor einer Woche hatte die Landesregierung die Betreiber aufgefordert, hier aktiv zu werden. Zuvor hatte im Saarland schon eine Reihe von Häusern entsprechende Regelungen getroffen und zueletzt verschärft. So ließ das Kreiskrankenhaus in St. Ingbert nach einer „Neubewertung“ seit dem vergangenen Freitag keine Besucher mehr ein. Nun folgt das Knappschaftsklinikum, das früh „drastische Maßnahmen“ ergriffen hatte, um seine Patienten vor der Lungenkrankheit Covid-19 zu schützen.

Um auf eine weitere Ausbreitung des Coronavirus vorbereitet zu sein, werden an beiden Standorten des Knappschaftsklinikums verschiebbare OP-Termine abgesagt, „um mehr Betten freizuhalten“, wie Geschäftsführerin Andrea Massone erklärte. Das bedeute einen deutlichen Einnahmeverlust für das Haus, sagte sie. Aktuell erhöhten beide Häuser die Anzahl der Intensivplätze. In ihrer Regierungserklärtung zur Corona-Krise hatte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) die Kliniken am Mittwoch vergangener Woche aufgefordert, „planbare Operationen zu verschieben“. Ähnlich hatte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geäußert. Er ist überzeugt, dass die Corona-Epidemie das Gesundheitssystem in Deutschland an seine Grenzen „und darüber hinaus“ bringen könne. Auch die Beatmungsplätze für Intensivpatienten hatte die Regierung abgefragt. Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU), der den Corona-Krisenstab des Landes leitet, hatte eine deutliche Aufstockung der Beatmungsplätze auf 1000 angekündigt