Klostermehl bereichert die Küche

Mit Resten aus der Oblatenbäckerei lässt sich ein vielfältig einsetzbares Mehl kreieren. Beim Püttlinger Klosterfest staunte das Publikum über das neue Produkt. Es ist ab sofort erhältlich.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Was für weltliche Feste gilt, gilt auch bei Kirchenfesten. Gut 300 Gäste bevölkerten beim Heilig-Kreuz-Fest am Sonntag um die Mittagszeit den Vorhof und den großen Saal des Püttlinger Klosters.

Die Schwestern nutzten den Tag und stellten, unterstützt von der Pfarrgemeinde St. Sebastian und der Kardinal-Maurer-Gesellschaft, ein neues Produkt aus der Klosterküche vor: "Panagusta". Hinter diesem klangvollen Namen steckt Hostien-Mehl. Die Hostien kommen als eckige Platten aus dem Ofen, und was beim Ausstechen übrig bleibt, wird zu Mehl gemahlen. Die Festbesucher konnten sich davon überzeugen, dass "Panagusta" so gut schmeckt wie es klingt. Überall steckte "Panagusta" drin: in der Gulaschsuppe, in den Klopsen aus der Klosterküche und in den Plätzchen, die es zum Nachtisch gab.

Hobbykoch Klaus Wein bereitete die Suppe in einer echten Gulaschkanone zu. Das mit Buchenholz befeuerte Gefährt aus Chemnitz, Baujahr 1983, war ein echter Hingucker und hätte auch als technisches Objekt beim Tag des offenen Denkmals, der zeitgleich gefeiert wurde, ordentlich was hergemacht. 150 Liter Suppe brachte Wein unters Volk. Die Püttlinger Stadtkapelle lieferte die Tischmusik.

Eine Etage tiefer fabrizierte Josef Lay 250 Gemüsebouletten in Probiergröße. Der gelernte Feldkoch hat sich auf Vorführungen, Workshops und Kochschule spezialisiert. In Küchenstudios präsentiert er Einbaugeräte. Dampfgarer, Backöfen, Kochfelder. Die Ordensschwestern hatten fleißig Vorarbeit geleistet und Zwiebeln, Kartoffeln und Sellerie geschnippelt. Der Pfiff an dem Klostermehl ist, so Lay, dass es neutral einsetzbar ist, sich zum Binden eignet und auch als Paniermehl.

Gebraten wurde später draußen vor Publikum. Zu dem Gemüsetaler aus der Pfanne gab es Flyer mit Rezepten. Die Taler hat ein Abt aus Tholey, der früher Küchenchef war, kreiert. Auch Paul Lui, Bäcker und Konditor im Ruhestand, hat sich von dem Mehl inspirieren lassen. Er hatte typisch saarländische Rezepte genommen und zusammen mit seiner Frau Eva-Maria Kirsch-, Kasten- und Pudding-Kuchen und 400 Makronen für den süßen Abschluss der Produkt-Präsentation gebacken.

Ein Ziel der klösterlichen Marketingveranstaltung war der Verkauf. Das besondere Mehl ist ab sofort im Klosterladen zu haben. 300-Gramm-Packungen kosten 2,40 Euro, 500 Gramm 3,80 Euro.