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Keinen Bock auf die Hölle

Püttlingen. Höllen- und Himmelsgestalten bevölkern die Bühne, dazwischen ein Teufelchen, das seinen Job nicht mag und Menschenkinder, die ihm helfen wollen: Der Püttlinger Bühnen-Nachwuchs probt fleißig am neuen, aktionreichen Stück. Andreas Lang

Die kleinen, frechen Teufelchen sind der Regisseurin noch nicht böse genug. Also macht es Spielleiterin Petra Linnenberger ihren jungen Akteurinnen noch einmal vor, wie sie ihr Vorstellungslied vortragen sollen: Im Takt Stampfen, dass die Bühne bebt. Den Dreizack drohend in die Luft halten. Das freundliche Lächeln muss gefrieren. Die hübschen Gesichter zur Fratze werden. Und ganz wichtig: böse Worte, wie "Hass", besonders betonen, wenn es geht, fauchen und zischen. "Steht leicht gebückt, nicht gerade", rät sie.

Wir sind bei der Generalprobe der Kinder- und Jugendabteilung der Neuen Volksbühne Püttlingen , auf der Bühne im Gasthaus Schmeer auf der Ritterstraße. Am Sonntagnachmittag ist Premiere, dann zeigen die jungen Akteure das moderne Märchen "Der kleine Teufel Eberhard". Leander Neudeck spielt den Titelhelden. Bei seinem Kostüm fallen die kleinen Teufelshörner auf, die zeigen, dass er nur ein Teufel fünfter Klasse ist - und wenn es nach ihm geht, dann steigt er auf der Teufels-Karriereleiter auch nicht weiter auf. Statt Müll im Park zu verteilen, pflückt er nämlich lieber Blumen. Zum Glück spielen im Stück noch zwei Engel mit, die ihm eine Chance ermöglichen, dem Teufelskreis zu entrinnen.

"Wir wollen zwar nicht die Vierjährigen im Publikum zu Tode erschrecken, aber wir wollen doch überzeugend sein", erklärt die Regisseurin ihren jungen Akteuren. Also alles nochmal auf Anfang und nochmal pobieren - und tatsächlich klappt es mit jedem Versuch besser. Die Zuschauer dürfen sich also auf ein packendes Schauspiel freuen.

Auch weil neben der Regisseurin ebenso Melanie Kuhnert die Jungschauspieler immer wieder striezt: "Lauter sprechen! Wenn ich euch anschaue und meine Ohren zupfe, dann sprecht ihr zu leise." Die Anweisungen gelten auch für Lukas Ebert, Anna Abazadze und Margarethe Fisch, welche die Kinder Klaus, Evi und Susi spielen. Sie werden im Laufe des Schauspiels zu Verbündeten des Titelhelden. Sie folgen ihm sogar in die Hölle , um ihn zu retten, als er von den übrigen Teufelchen boshaft dorthin entführt wird. Ob ihnen die Rettungsaktion trotz der inzwischen sehr überzeugend agierenden Bösewichte gelingt, wird hier selbstverständlich noch nicht verraten.


Zum Thema:

Auf einen BlickAufführungen des Kinder- und Jugend-Ensembles der Neuen Volksbühne Püttlingen : "Der kleine Teufel Eberhard" am Sonntag, 15., Samstag, 21. und Sonntag, 22. März, jeweils 16 Uhr, im Festsaal des Gasthauses Schmeer (Ritterstraße). al