Insekten mögen's blumig

Lebensraum insbesondere für Insekten und Nahrungsquellen für summende Honigproduzenten schaffen – darum geht es in dem Wettbewerb „Blühende Vorgärten“. Die Teilnehmer des Wettbewerbes 2014 wurden im Püttlinger Schlösschen ausgezeichnet, dazu gab es auch Erklärungen über insekten-freundliche Vorgärten.

Vorgärten als Zwischenräume zwischen Haus und Straße liegen eigentlich im Blickfeld der Öffentlichkeit. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie immer einen erfreulichen Anblick bieten - obwohl das ja auch im Auge des Betrachters liegen mag. Ist dieser Betrachter aber eine Biene, eine Hummel oder ein Schmetterling, dann wäre ein Vorgarten mit Blütenvielfalt genau das Richtige. Keineswegs einverstanden wären Insekten jedoch damit, wenn sich die "Visitenkarten" des Hauses als reine Kieswüste präsentiert, die keinem Tier Lebensraum oder Nahrung bietet.

Um zu zeigen, dass es auch anders geht, riefen der Obst- und Gartenbauverein Etzenhofen, der Imker-Kreisverband Saarbrücken sowie die NABU-Ortsgruppe Köllertal gemeinsam den Wettbewerb "Blühende Vorgärten" für das Jahr 2014 ins Leben. Neun Gartenbesitzer aus dem Köllertal meldeten ihre blühenden Vorgärten an, eine Jury begutachtete die Gärten im Frühjahr, Sommer und Herbst 2014. Das Ergebnis stellte nun Dr. Susanne Meuser vom Landesverband der Imker bei der Preisverleihung vor.

Sie präsentierte dabei Bilder von im positiven Sinne "alten Gärten" mit Beerensträuchern und auch Gemüse im Vorgarten, zudem Kräutergärten etwa mit Lavendel und Boretsch, aber auch Neubau-Gärten mit Klatschmohn und Phacelia. Sie plädierte dabei für das Pflanzen von einheimischen Blumen und Sträuchern, die auch nach dem Verblühen nicht sofort beseitigt werden sollten: "Auch Laub und abgestorbene Pflanzen sind ein wichtiger Lebensraum für unsere Insekten ", sagte Meuser.

Für alle Teilnehmer beim 1. Vorgartenwettbewerb gab es einen Pflanzengutschein im Wert von 50 Euro, gestiftet von den drei beteiligten Vereinen und der Baumschule Fauß (Heusweiler-Holz), sowie einen Vogelnistkasten.

Unterstützung durch die Stadt

 Die Vorgärten, deren Besitzer sich an dem Wettbewerb beteiligten, wurden zu verschiedenen Jahreszeiten von einer Jury begutachtet. Hier stellvertretend für aller Teilnehmer die Vorgärten von Familie Schneider in Köllerbach, aufgenommen im Spätsommer (links) und von Monika Eckstein aus Püttlingen. Fotos: Dr. Susanne Meuser/schmidt
Die Vorgärten, deren Besitzer sich an dem Wettbewerb beteiligten, wurden zu verschiedenen Jahreszeiten von einer Jury begutachtet. Hier stellvertretend für aller Teilnehmer die Vorgärten von Familie Schneider in Köllerbach, aufgenommen im Spätsommer (links) und von Monika Eckstein aus Püttlingen. Fotos: Dr. Susanne Meuser/schmidt
Insekten mögen's blumig

Bewusst hatte man keine Platzierungen vergeben, sondern alle Teilnehmer geehrt. Die geehrten Hobby-Gärtner sind: Monika Eckstein, Elke und Peter Gramm, Karin und Josef Himbert, Hildegard und Edgar Rupp sowie die Familien Sutor, Rink und Schneider aus Köllerbach, Familie Berg aus Riegelsberg und Familie Groß aus Heusweiler . Sie alle waren an diesem Abend Gäste der Stadt Püttlingen , die den Wettbewerb unterstützte.

Im Festsaal des Püttlinger Schlösschens würdigte Bürgermeister Martin Speicher (CDU ) all jene, die Arbeit und Zeit investieren, um Blumen, Kräuter und Sträucher zu pflegen und damit auch einen Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes leisten, wie er meinte.

Umweltstaatssekretär Roland Krämer wiederum hob den Einsatz der Wettbewerbs-Organisatoren Harald Krauss, Dr. Susanne Meuser und Hans-Joachim Schmidt hervor, zudem lobte er die Arbeit der vielen Imker, die ja auch durch blühende Vorgärten, die den Bienen Nahrung geben, unterstützt werden. Nach einem Ausblick auf das Projekt "Naturnahes Köllertal" (wir berichteten) lud die Stadt Püttlingen "trotz knapper Finanzen" zum Umtrunk ein.