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Großbaustelle Köllertalstraße: Der Kampf gegen „Fake-News“ beginnt schon, noch bevor das Straßenbauprojekt startet.: Info-Offensive soll Frust vermeiden

Großbaustelle Köllertalstraße: Der Kampf gegen „Fake-News“ beginnt schon, noch bevor das Straßenbauprojekt startet. : Info-Offensive soll Frust vermeiden

Großbaustelle Köllertalstraße: Facebook-Seite soll aktuelle Informationen und Antworten auf Bürger-Fragen liefern.

Die bevorstehende Riesenbaustelle in der Köllertalstraße heizt die Gerüchteküche in Püttlingen, Köllerbach und der Nachbarschaft kräftig an. Bei all den wüsten Spekulationen, was zum Beispiel die Gesamtbauzeit und den Umfang der Beeinträchtigungen angeht, vergeht so manchem Stadtverordneten schon mal die Lust daran, öffentliche Veranstaltungen oder Famileinfeste zu besuchen – oder sich länger dort aufzuhalten. Das wusste zum Beispiel Christdemokrat Peter Müller seinen Ratskollegen am Mittwochabend im Werksausschuss des Stadtrates im Püttlinger Rathaus zu berichten. Gut, dass Rat und Verwaltung schon vorher mit einer – auf Neudeutsch – Fake-News-Flut gerechnet haben. Sie wollen die Baumaßnahme nämlich im Internet so öffentlich wie möglich gestalten.

Wie das von der Energis-Netzgesellschaft beauftragte Projekt aussehen soll, stellte Torsten Bost den Ausschussmitgliedern vor. Im Auftrag der Verwaltung hat das Unternehmen eine Seite im quer durch viele Bevölkerungsschichten verbreitesten sozialen Netzwerk Facebook eröffnet. Wer das Netzwerk nutzt, findet sie bereits unter „Püttlingen gestalten“.

Laut Verwaltungsvorlage handelt es sich um ein Pilotprojekt für die Öffentlichkeitsarbeit, bei größeren Baumaßnahmen den Einsatz sozialer Medien für eine offensive Öffentlichkeitsarbeit zu testen. Die Seite soll nicht nur über die Baumaßnahme aus Sicht der Ausführenden berichten, sondern auch auf Fragen und kritische Bemerkungen zügig reagieren.

Ziel sei es, direkt und umfangreich zu informieren und aufzuklären und aufkommender Kritik zu begegnen. Die Gewerbetreibenden sollen in das Konzept eingebunden werden, die Energis-Netzgesellschaft gibt die öffentlich wirksame Maßnahme in Auftrag und übernimmt die Kosten „im hohen fünfstelligen Bereich“.

Ein Beispiel. Als es zuletzt im Bereich Pickardstraße gebaut wurde, gab es immer wieder Phasen, in denen keine Arbeiten zu beobachten waren. Was zu Spekulationen und Meckereien führte, hatte jedoch nachvollziehbare Gründe, die allerdings nicht bekannt gewesen waren. So musste zum Beispiel erst ein Laborbericht zur Wassergüte in den neu verlegten Leitungen abgewartet werden, ehe weiter gebaut werden konnte. Derartige Hintergrundinformationen zur Baustelle sollen die Verärgerten bei der anstehenden Großbaustelle über die Facebook-Seite erfahren. Und damit sich der Bekanntheitsgrad der Seite möglichst schnell verbreitet, soll es täglich wechselnde, zum Teil interaktive Aktionen wie ein Gewinnspiel geben. Anfang Juli soll das Ganze „online“ gehen.