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In Streitfrage um Steppenrinder ist die Kuh teilweise vom Eis

In Streitfrage um Steppenrinder ist die Kuh teilweise vom Eis

Die Stadt Püttlingen siedelte im September in Zusammenarbeit mit dem Nabu und weiteren Naturschützern auf einem Wiesengelände zwischen Walpershofen und Etzenhofen drei Ungarische Steppenrinder an. Das war offenbar nicht mit einem Landwirt geklärt, der einen Teil der Fläche zur Silagegewinnung nutzte. Nun konnte eine Ersatzfläche angeboten werden, zu einem Teil davon ist aber noch eine Frage offen.

Landwirt Alfred Altmeyer aus Obersalbach-Kurhof hat, im Bereich von Köllerbach, rechts neben der Landstraße 136 zwei Wiesen von Privateigentümern gepachtet. Zusätzlich hatte er das im Besitz der Stadt Püttlingen befindliche benachbarte Land vom Vorpächter übernommen, ohne aber einen neuen Pachtvertrag mit der Stadt abzuschließen. Er nutzte die Wiesen zur Gewinnung von Silage, um damit seine Rinder und Kühe zu füttern.

Als die Stadt Püttlingen mit mehreren Naturschutz-Gruppen und unter Federführung der Nabu-Ortsgruppe Köllertal vergangenen Herbst das Beweidungsprojekt mit drei Ungarischen Steppenrindern ins Leben rief, benötigte sie das gesamte Wiesengelände, das wenige Meter nach der Einmündung der Mühlenstraße in die L 136 beginnt und sich bis zur Bebauungsgrenze von Etzenhofen erstreckt.

Altmeyer hatte die Wiese, auf der er zuerst Rinder weiden ließ, zur Straße hin mit einem Zaun versehen. Bei einem Termin am vorigen Donnerstag mit Klaus Nickels als Vermittler - Nickels ist Verwaltungsleiter der städtischen technischen Dienste - wies der Bauer auf seinen verschwundenen Zaun hin. Tierarzt Dr. Hans-Friedrich Willimzik habe jedoch erklärt, dass es früher nie einen Zaun um das Gelände gegeben habe.

Hans-Joachim Schmidt, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Köllertal, hatte dem Bauern nach der Ansiedlung der Steppenrinder - in Absprache mit der Stadt Püttlingen - zwar eine Ersatzfläche in Püttlingen angeboten, die Altmeyer jedoch abgelehnt hatte, weil sie für ihn zu weit von Kurhof weg liege und es im September zu spät im Jahr gewesen sei, um dort noch Gras zur Silagegewinnung zu schneiden.

Eine Zusage steht noch aus

Bei der Zusammenkunft bot Nickels dem Landwirt nun eine leichter erreichbare Ersatzfläche zur Nutzung an, sozusagen als Ausgleich für den Verzicht auf die Grundstücke im Wiesental an der L 136. Die Stadt hatte zuvor die Genehmigung bei einem der beiden Verpächter eingeholt. Altmeyer ist mit der angebotenen Lösung noch nicht zufrieden, da die zweite Pächterin nicht informiert werden konnte, weil sie derzeit nicht erreichbar sei. Mit den Worten "ich werde abwarten, was passiert", will er sich eine Zustimmung zum Vorschlag von Nickels vorbehalten.