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In Püttlingen läuft ein Pilotprojekt

In Püttlingen läuft ein Pilotprojekt

Beim ersten internationalen Tag der Handhygiene ging es um die Patientensicherheit. Im Püttlinger Knappschaftskrankenhaus gab es einen Infotisch und Vorträge.

Der Infotisch steht gleich vorn im Foyer, so kann man von dort aus sehen, wie die Besucher sich die Hände desinfizieren. Gleich an der Eingangstür steht ein Spender. Die meisten Leute drücken drauf, reiben mal kurz die Handflächen gegeneinander, und das war's. Das genügt aber nicht. Die perfekte Handdesinfektion läuft in sechs Schritten ab. Auch die Handrücken, die Daumen und die Zwischenräume zwischen den Fingern müssen desinfiziert werden.

Auf einem Plakat waren die Schritte bildlich dargestellt. Jede Bewegung muss fünfmal gemacht werden, damit alle Hautareale vom Desinfektionsmittel abgedeckt sind. Den Spender betätigt man auch nicht mit der Hand, sondern mit dem Ellbogen.

Am Infostand konnte man das korrekte Handdesinfizieren üben und in einer Schwarzlichtbox überprüfen, ob alles paletti ist.

Handhygiene gehört, so Dr. Marion Bolte, ärztliche Direktorin und Hygieneverantwortliche im Knappschaftsklinikum Saar in Püttlingen , zu einem Bündel von hygenischen Maßnahmen. Zu nennen wären auch mikrobiologische Abstriche, Leitlinien zur Prävention und Antibiotika-Strategien. Die Handhygiene ist das grundlegende Element. Bereits 2008 wurde bundesweit die Aktion saubere Hände ins Leben gerufen, seither stieg der Verbrauch von Desinfektionsmittel in Krankenhäusern um 80 Prozent.

Im Püttlinger Krankenhaus sind in und vor jedem Zimmer Spender angebracht. Auf der Intensivstation rechnet man einen Spender pro Patient, auf den anderen Stationen kommt ein Spender auf zwei Patientien. Jeder Arzt hat zudem einen kleinen Desinfektionsspender in seiner Kitteltasche.

Die ärztliche Direktorin trägt, wie alle anderen Mitarbeiter, keinen Schmuck. Sie hat die Haare zusammengesteckt. Auch Nagellack ist im Krankenhaus ein "No go". Keime lauern überall. Ob Ring, Armbanduhr, Kugelschreiber - überall sitzen Bakterien. Gesunde Leute stecken das einfach weg. Aber für alte, schwache und frisch operierte Patienten kann es gefährlich werden.

Ergebnisse stehen noch aus

Um die Handhygiene zu optimieren, läuft in Püttlingen ein Pilotprojekt. Auf zwei Stationen, Gefäßchirurgie und Chirurgie, wurden Computer gestützte Desinfektionsspender angebracht. In Grafiken kann man die Menge ablesen und sehen, wie oft die Apparate betätigt wurden. Noch liegen keine Ergebnisse vor. Ganz wichtig ist, so Dr. Bolte, dass es um eine Personen-ungebundene Beobachtung geht, nicht um Überwachung. Es werde einfach erfasst, was verbraucht wird.

"Je mehr, desto besser", sagt sie und weiter: "Ziel ist, dass wir besser werden." Wenn der Verbrauch zu gering sei, könnte es daran liegen, dass der Spender an einer ungünstigen Stelle hängt. Eventuell wären auch Nachschulungen beim Personal nötig. In Zukunft sollen alle sensiblen Bereiche im Püttlinger Krankenhaus mit dem WLan-System ausgestattet werden.