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Im Gasthaus Berger geht's gehörig rund

Im Gasthaus Berger geht's gehörig rund

Das Publikum bekam ordentlich was zu lachen: Turbulent wie gewohnt ist auch „Eine Chefin zuviel“, die neue Komödie der Neuen Volksbühne Püttlingen.

Dass es sowohl für die Akteure als auch für das Publikum am Sonntagnachmittag anstrengend werden würde, das hatte Detlev Stockart, Vorsitzender der Neuen Volksbühne Püttlingen, noch kurz vor dem ersten Akt prophezeit: "Wir wollen doch mal sehen, welches Publikum sie am Ende waren", hatte er von der Bühne aus erklärt und forderte die Zuschauer auf, nicht mit Applaus zu geizen. Sein komödiantisches Talent legte er an den Tag, als er sich hinter den Vorhang schlich. Und dann passierte das, was das treue Publikum der Neuen Volksbühne schon lange kennt: Detlev Stockart und seine Theaterkollegen verwandelten sich dank einiger Accessoires und der passenden Kostüme in ganz außergewöhnliche Charaktere.

So schlüpfte Stockart in die Rolle des etwas dümmlichen Polizisten Sepp. Und der brachte mit seiner Einfältigkeit die Gäste im Theatersaal des Gasthaus Schmeer ebenso zum Lachen wie Ernesto Mannarino, der mit seinem Raucherhusten zudem zweifelsohne für die derbsten Momente im Stück sorgte.

Zum Ensemble gehörte auch der alte Hase Heinrich Heinz, der seit gut zehn Jahren auf der Bühne steht und, wie er betonte, Lampenfieber kaum noch kennt. Und neben ihm Manfred Weinkauff, der am vergangenen Wochenende seine erfolgreiche Bühnen-Premiere im Amateurtheater feierte.

Später verriet er: "Bei der Generalprobe am Freitag ging bei jedem etwas schief, bei mir natürlich auch. Ich konnte in der Nacht auf Samstag kaum schlafen und war sehr aufgeregt bei der Premiere." Bei der Premiere ging dann aber, ebenso wie bei der zweiten Aufführung am Sonntagnachmittag, alles glatt - es gab keine Texthänger und auch alle Requisiten waren am vorgesehenen Ort und trugen zu einer gelungenen Theaterunterhaltung auf der Ritterstraße bei.

Die Geschichte "Eine Chefin zuviel" rankt sich um den Wirt Berti (Heinrich Heinz), der in seinem etwas verstaubten Gästehaus Berger neben seinen Kumpels auch die verschrobene Frau Trutschel (Dunja Rass) zu seinen Gästen zählt. Einzig Bedienung Andi, glänzend gespielt von der Jüngsten im Team, Luisa Geiser, bereitet ihm Sorgen. Denn Andi würde ja so gerne einiges verändern, auch die Kumpels sind ihr ein Dorn im Auge. Doch die helfen lieber ihrem Wirt, eine Anzeige für eine neue Bedienung aufzugeben.

Das ruft neben Andi die vermeintliche ungarische Köchin Anouschka (Uli Prinz) auf den Plan. Denn sie müsste dann vielleicht auf ihr "ungarische Gulasch" verzichten. Doch ob sich überhaupt jemand auf die Anzeige melden wird, das wird erst nach der Pause erzählt. In der gab es ganz traditionell am Sonntagnachmittag Kaffee und Kuchen. Letzterer stammt beim Theaterkaffee der Neuen Volksbühne aus den Öfen der Vereinsmitglieder und genießt neben der guten Unterhaltung, für die das Ensemble steht, ebenfalls einen guten Ruf.

Gut gestärkt ging es für die Zuschauer schließlich in den zweiten und den dritten Akt. Und die beiden hatten es dann in sich. Doch wie die Geschichte weitergeht, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden, schließlich führt das Ensemble unter der versierten Leitung von Bettina Michels das Stück auch am kommenden Wochenende noch zweimal auf. Am vorigen Sonntag gab es jedenfalls für die Akteure ein Happy End - mit dem wohlverdienten, langanhaltenden Applaus für alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne.

Zum Thema:

Noch zwei Aufführungen gibt es für "Eine Chefin zuviel" im Saal des Gasthaus Schmeer auf der Püttlinger Ritterstraße: Der Wiener-Abend startet am Samstag, 6.Mai, 19 Uhr, der Theater-Kaffee am Sonntag, 7. Mai um 15 Uhr. Kartenvorverkauf: Buchhandlung Balzert (obere Pickardstraße), Friseursalon Heckmann-Schwarz (Ritterstraße) sowie in Köllerbach bei Schreibwaren Schikofski. Der Eintritt kostet 9 Euro (inklusive Wiener am Samstag, beziehungsweise Kuchen am Sonntag).