„Ich bin sprachlos“

Andrea und Bernd Dreimann stehen nach dem Brand ihres Karlsbrunner Hauses vor dem Nichts: Das Feuer hat all ihren Besitz zerstört. Dass viele Menschen ihnen helfen wollen, auch die Köllertalschule in Püttlingen, macht ihnen Mut.

Menschen in extremen Situationen sind Andrea und Bernd Dreimann in ihrem Beruf sicher schon oft begegnet, die beiden 44-Jährigen arbeiten bei der Bundespolizei . Nun ist das Ehepaar selbst in eine extreme Situation geraten: Am 20. November hat ein Feuer ihr Wohnhaus in Karlsbrunn zerstört und die gesamte Habe der Familie vernichtet.

Als der Brand, ausgelöst durch einen technischen Defekt, gegen 8.30 Uhr ausbrach, waren die Kinder - drei Jungen, elf, sieben und fünf Jahre alt - in der Schule oder im Kindergarten. Bernd Dreimann war aus beruflichen Gründen im Ausland, Andrea Dreimann drehte eine Runde mit dem Hund. Bei der Rückkehr fand sie das Haus lichterloh in Flammen und die Feuerwehr im Großeinsatz vor - "ein absoluter Schock", sagt sie am Telefon, "mit so etwas rechnet man doch nicht."

Die Familie ist provisorisch in einer Ferienwohnung gleich um die Ecke untergekommen. Nun mühen sich Andrea Dreimann und ihr Mann, inzwischen zurück, ihren Alltag neu zu organisieren.

Sie haben dabei eine Welle spontaner Hilfsbereitschaft erlebt. Unterstützungskonten sind eingerichtet, blitzschnell war Kleidung da. "Ich bin sprachlos", sagt Andrea Dreimann, "wir haben tolle Sachen bekommen." Die Hilfe mache Mut. Denn so bald kann die Familie nicht zur Normalität zurückkehren: "Mindestens ein Jahr werden wir wohl in der Ferienwohnung bleiben."

Nüchtern listet sie auf: Das Haus ist ein Totalschaden. Der Brand hat die leichte Fertigbau-Konstruktion völlig demoliert. Immerhin, die Hausversicherung werde einspringen. Beim Hausrat, komplett verbrannt, sehe es schlechter aus.

Was braucht die Familie derzeit besonders nötig? Über Zeitschenker, die etwas mit den Kindern unternehmen, würde sie sich freuen, sagt Andrea Dreimann. Und - sie zögert - über einen Kinderschreibtisch, an dem der elfjährige Sohn, der die sechste Gymnasiums-Klasse besucht, seine Hausaufgaben machen kann Und sie wünscht sich ein paar Dinge, "die ein Kinderzimmer gemütlich machen".

Kleinigkeiten? Ja und nein: "Man trauert ja nicht um die große Kaffeemaschine", sagt Andrea Dreimann. Sondern um das, woran sich Gefühle knüpfen. Der Elfjährige ist traurig, weil sein geliebtes Erdmännchen verbrannt ist, "sogar die Feuerwehr hat nochmal nachgesehen" - vergeblich. Andrea Dreimann selbst hat sich gefreut, dass sie in den Trümmern noch ein Foto ihrer verstorbenen Mutter fand. Auch über die Köllertalschule in Püttlingen wurde ein Spendenkonto eingerichtet, denn dort geht eines der Kinder zur Schule. "All unsere Schüler leiden an einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Beeinträchtigung. Der ganz normale Alltag ist teilweise schon unheimlich schwer zu meistern. Vieles muss strukturiert und bis ins kleinste geplant werden", schildert Schulelternsprecherin Barbara Apel. Und: "Für mich als Mutter eines dieser besonderen Kinder ist es unvorstellbar, in einer solchen Notlage, wie der Familie sie widerfahren ist, die Kraft zu haben, wieder zurück in den Alltag zu finden und nach vorne zu schauen. Um der Familie ein wenig zu helfen, sorgenfreier in die Zukunft blicken zu können, haben wir ein Spendenkonto eingerichtet." (Spendenkonto: Köllertalschule; Verwendungszweck: Aaron; Volksbank Saar-West; IBAN: DE52 5919 0200 1430 5200 04; BIC: GENODE51SLS).

Wer die Familie Dreimann unterstützen möchte - etwa mit Zeit für die Kinder oder mit einem Kinderschreibtisch -, kann sich sich auch bei der katholischen Kirchengemeinde in Großrosseln melden, Tel. (0 68 98) 48 25. Pfarrer Lothar Stoffel wird Angebote weiterleiten.