Hunderte beim Karnevalistischen Tanzwettbewerb in Püttlingen

Nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht : Trimm-Treff wurde zum Tanz-Mekka

Hunderte kamen aus ganz Deutschland. Heusweiler Verein organisierte Großwettbewerb karnevalistischer Tänze.

In solchen Mengen waren die Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Deutschland angereist, dass etliche in der großen Halle des Püttlinger Trimmtreff-Viktoria auch auf dem Boden saßen. Sie schminkten sich, richteten ihre hübsche Kleidung, sprachen miteinander – „... bin ich aufgeregt …“ –, schlüpften nach den schweißtreibenden Auftritten in bequeme Trainingsanzüge. Die Heusweiler Karnevalsgesellschaft (HKG) hatte das „33. Bundesoffene Gardetanzturnier im karnevalistischen Tanzsport“ am Samstag und Sonntag in Püttlingen ausgerichtet. Anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens war der HKG die Ehre zuteil geworden, das Spitzenturnier auf die Beine zu stellen, das auch als Qualifikationsturnier für die Südwest-Deutschen Meisterschaften gelistet ist.

 „Das war für uns eine ganz besondere Session“, sagte die HKG- Vorsitzende Angela Horn. Denn immerhin stellten die Heusweiler diesmal auch – mit Tobias I. Speicher und Sarah I. Port – das saarländische Prinzenpaar des Jahres, und nun auch noch das Ausrichten des Großturniers, „das war echt klasse“.

An den beiden Tagen tummelten sich jeweils neben den rund 400 Aktiven auch 700 begeisterte Zuschauer und Fans in der Halle. Zeitweise glich die Arena einem Gewächshaus, so schwül wurde es. Karnevalistisches Tanzen ist Hochleistungssport. Die körperliche Fitness der Akteure, die Choreografie und die Musik sind die wichtigsten Kriterien, welche die hochkarätig besetzte Jury zur Punktvergabe animieren. Im Gardetanz gab es neun, im Schautanz sieben Kategorien. Daneben standen natürlich auch die Tanzmariechen in den verschiedenen Altersklassen auf der Bühne.

Aus Nürnberg, Mannheim und aus dem ganzen Saarland reisten die Teams und ihre Begleitung an. Rund um den Püttlinger Trimmtreff herrschte, was das Parken betraf, Ausnahmezustand, die Fahrzeuge standen bis Köllerbach entlang der Straße. Das war aber schon das einzige Problem, das HKG-Vorstandsmitglied Axel Walter ausmachte.

So ein Großereignis kostet natürlich Geld. So wurde auch Eintritt erhoben, dessen Höhe auch Kritiker fand: 17 Euro, bemängelte Mariette L., sei ihrer Meinung nach zu teuer – die Höhe des Eintritts wurde allerdings nicht von der HKG, sondern vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine festgelegt. Familie Hönninger aus Lauda-Königshofen (Baden-Württemberg), schilderte, dass sie vom Aldi-Parkplatz in Köllerbach im Shuttlebus zur Halle gefahren wurde, „und das kostete auch noch Geld“. In Folge der großen Teilnehmerzahl, so einige Aktive und Betreuer, wurde der Platz in den Umkleiden knapp, und manche mussten in die Umkleiden des zum Trimm-Treff gehörenden Hallenbades ausweichen.

Allerdings können die Verantwortlichen der HKG durchaus zufrieden sein, denn eine Veranstaltung dieser Größenordnung zu stemmen, das ist schon eine Herkulesaufgabe.  Und natürlich war da auch noch der Schauwert, denn  die meisten der angereisten Athleten tanzten auf hohem Niveau, so das dem Auge so einiges geboten wurde. Das hohe Niveau zeigte sich auch daran, dass unter den Erstplatzierten keiner der heimischen Vereine zu finden war,  obwohl diese in der zurückliegenden Session gezeigt hatten, dass ihre Leistungen auch nicht gerade von Pappe sind.