| 20:09 Uhr

Niederlage im Oberliga-Saarderby
Der HSV ist nicht mehr die Nummer eins

Marion Müller vom HSV Püttlingen wirft auf das Tor der HSG Marpingen-Alsweiler, während Gäste-Spielerin Anna Bermann (Nummer 9) sich streckt, um den Wurf abzuwehren. Michelle Hartz (Nummer 22) und Kira Martin beobachten die Szene.
Marion Müller vom HSV Püttlingen wirft auf das Tor der HSG Marpingen-Alsweiler, während Gäste-Spielerin Anna Bermann (Nummer 9) sich streckt, um den Wurf abzuwehren. Michelle Hartz (Nummer 22) und Kira Martin beobachten die Szene. FOTO: Klos Horst / Horst Klos (Klosfoto)
Püttlingen. Handball-Oberligist Püttlingen hat das Oberliga-Saarderby zuhause gegen Marpingen-Alsweiler klar verloren. Bei der 20:28-Niederlage wurde deutlich, warum die Gastgeberinnen nicht mehr die beste saarländische Mannschaft sind. Von Philipp Semmler

Die HSG Marpingen-Alsweiler ist auf dem besten Weg, in dieser Saison die saarländische Nummer eins im Frauen-Handball zu werden. Nachdem dieser inoffizielle Titel in den vergangenen Jahren immer an den HSV Püttlingen ging, hat die HSG jetzt die Nase vorn. Nicht nur, dass Marpingen-Alsweiler in der Tabelle vor dem HSV liegt. Auch das Hinspiel in dieser Spielzeit gewannen die Nordsaarländerinnen am Sonntag. Vor 120 Zuschauern im Püttlinger Trimm-Treff setzten sich die Gäste mit 28:20 (11:8) durch.


„Eine Niederlage im Derby tut natürlich weh. Vor allem weil es am Ende so deutlich geworden ist“, erklärte Püttlingens Trainer Miodrag Jelicic niedergeschlagen. „Wir sind sehr glücklich“, sagte dagegen Gäste-Trainer Jürgen Hartz vor Freude strahlend. Die überragende Spielerin bei seiner Mannschaft war die ehemalige Zweitliga-Spielern Joline Müller, die mit zehn Treffern die mit Abstand beste Werferin auf dem Feld war – und das, obwohl sie vom HSV Püttlingen während der kompletten Spielzeit in Manndeckung genommen wurde. Das funktionierte zunächst auch gut. Nach 17 Minuten traf Kira Martin zum 6:4 für die Gastgeberinnen. „Wir haben aber auch nervös begonnen“, sagte Hartz.

Danach glich Müller mit einem „Doppelpack“ für die HSG Marpingen-Alsweiler zum 6:6 aus. Ab diesem Zeitpunkt ging der HSV Püttlingen im Saarderby nicht wieder in Führung. „Wir haben die Manndeckung für Joline Müller nach der Anfangsphase gut gelöst bekommen, indem wir sie beispielsweise auf Außen gezogen haben oder unserer Freiwürfe entsprechend angepasst haben“, erklärte Hartz. Bis zur Pause hatte sich seine Mannschaft eine 11:8-Führung erarbeitet.



Die HSG Marpingen-Alsweiler trumpfte nach dem Seitenwechsel groß auf. Die Gäste zogen bis zur 38. Minute auf 18:12 davon – die Entscheidung war gefallen. „In der ersten Halbzeit hat unser Konzept mit der 5-1-Deckung gut funktioniert. Aufgrund der zweiten Hälfte hat die HSG dann aber verdient gewonnen“, erklärte Jelicic. Püttlingens Trainer ergänzte: „Dass es am Ende so deutlich wurde, lag aber auch daran, dass unsere Wurfeffektivität nicht gestimmt hat. Wir haben neun oder zehn freie Bälle verworfen.“ Entweder scheiterten seine Spielerinnen an Marpingen-Alsweilers starker Torhüterin Carina Kockler – oder sie zielten zu ungenau.

Auf Seiten der Gastgeberinnen standen übrigens abwechselnd Conny Franz und Britta Stemmler im Tor. Sie vertraten die 16 Jahre alte Stammtorhüterin Jessica Wagner, die für den Nachwuchs des Erstligisten HSG Bensheim-Auerbach im Einsatz war. Wagner besitzt ein Zweitspielrecht. „Sowohl Conny wie auch Britta haben gut gespielt. An ihnen hat es nicht gelegen“, sagte Jelicic. Seine Mannschaft ist nach der fünften Niederlage im achten Saisonspiel Tabellenachter.

Am Samstag, 3. November, ist der HSV Püttlingen um 18 Uhr bei der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam zu Gast. Der Aufsteiger ist Tabellenschlusslicht. Für die Püttlingerinnen ist es das erste von drei Duellen gegen die drei Letzten in der Tabelle. „Diese Spiele müssen wir jetzt gewinnen“, forderte Jelicic: „Die Qualität dazu haben wir.“

Die HSG Marpingen-Alsweiler bleibt mit 16:0 Punkten Tabellenzweiter, weil auch Spitzenreiter HSG Hunsrück seine weiße Weste wahrte und das bessere Torverhältnis hat. Der Tabellenerste gewann am Sonntag das Spitzenspiel gegen den Tabellendritten SV Zweibrücken nach einem 18:22-Rückstand bis elf Minuten vor Schluss noch mit 27:25. Die HSG Marpingen-Alsweiler erwartet am Samstag, 3. November, um 18 Uhr den Tabellenfünften HSG Wittlich.