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HSV Püttlingen entlässt Trainer
Jelicic muss nach Pleite beim Tabellenletzten gehen

Er muss als HSV-Trainer schon wieder gehen: Miodrag Jelicic.
Er muss als HSV-Trainer schon wieder gehen: Miodrag Jelicic. FOTO: Wieck / Thomas Wieck
Püttlingen. HSV Püttlingen trennt sich vom vor der Saison verpflichteten Trainer. Hans-Werner Müller und Tochter Karoline Bittern übernehmen. Von Philipp Semmler

Miodrag Jelicic ist nicht mehr Trainer des Handball-Oberligisten HSV Püttlingen. Die saarländische Nummer eins der vergangenen Jahren trennte sich von ihrem erst vor der Saison verpflichteten Übungsleiter. „Ausschlaggebend war die enttäuschende Leistung der Mannschaft am Samstag im Spiel in Bellheim“, erklärt der sportliche Leiter Hans-Werner Müller. Er war Jelicics Vorgänger als HSV-Trainer. Müller belegte mit der Mannschaft in der vergangenen Saison den dritten Platz und verteidigte mit ihr den Saarlandpokal.


Beim Tabellenletzten SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam verloren die Püttlingerinnen vor 180 Zuschauern mit 21:29 (11:18). „Wir sind jetzt nach einem Drittel der Saison mitten im Abstiegskampf. Deshalb mussten wir reagieren“, ergänzt Müller. In den ersten neun Partien der Saison gab es für den HSV Püttlingen sechs Niederlagen und drei Siege. Damit hat der HSV als Tabellenzehnter nur zwei Punkte Vorsprung auf die letzten drei Mannschaften in der Tabelle.

Jelicic sagte gegenüber der Saarbrücker Zeitung: „Ich bin überrascht und auch tief enttäuscht. Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht. Schließlich hat der Verein vor der Saison viele Spielerinnen verloren und ich musste einige Neuzugänge einbauen.“ Das funktionierte in einigen Partien gut – wie beispielsweise beim 24:21-Sieg bei der TSG Friesenheim vor drei Wochen. In anderen Begegnungen – wie am Samstag in Bellheim – lief beim HSV Püttlingen allerdings wenig zusammen. „Es war nicht zu fassen, mit was für einer Einstellung wir in diese Partie gegangen sind“, kritisierte Jelicic. Und er ergänzte: „Wir haben vielleicht 30 Prozent unseres Leistungsvermögens abgerufen.“



Bis zum 7:7 nach 17 Minuten gestaltete der HSV Püttlingen die Partie beim Tabellenletzten offen. Doch dann brach die Mannschaft ein. „Wir haben einen Siebenmeter verworfen und mehrere Gegenstöße nicht verwandelt. Dadurch haben wir den Gegner aufgebaut, auch das Publikum war dann da“, analysierte Jelicic. Die Gastgeberinnen gingen in Führung und setzten sich in der Folge immer weiter ab. Beim Stand von 18:11 für das Schlusslicht war zur Pause klar, dass der HSV Püttlingen als Verlierer vom Platz gehen würde.

Beim HSV kehrt Müller, der die Püttlingerinnen bis zum Ende der vergangenen Saison trainierte und dann auf den Posten des Mannschaftsmanagers wechselte, als Übungsleiter zurück. Er hatte sie 2008 in der Saarlandliga übernommen. Unter seiner Regie schaffte der HSV Püttlingen 24 Monate später die Rückkehr in die Oberliga, aus der der Verein 2005 abgestiegen war. Die vergangenen drei Spielzeiten beendete der HSV jeweils als beste weibliche Handball-Mannschaft im Saarland. In den vergangenen vier Jahren gewann der HSV zudem den Saarlandpokal.

Unterstützt wird Müller von seiner Tochter Karoline Bittern, die bisher für den Club als Spielerin auf dem Feld stand. „Wir werden als Doppelspitze fungieren. Karoline wird als reine Trainerin arbeiten. Spielen wird sie nicht mehr“, erklärt Hans-Werner Müller.

Am Dienstagabend leitete die neue Doppelspitze ihre erste Trainingseinheit. „Wir wollen versuchen, den Spielerinnen in vielen Einzelgesprächen Selbstvertrauen zu vermitteln“, kündigt Hans-Werner Müller an. Denn die beiden kommenden Begegnungen werden für den HSV Püttlingen richtungsweisend für den Saisonverlauf sein. Am Sonntag, 11. November, um 16 Uhr erwartet der HSV im Püttlinger Trimm-Treff um 16 Uhr den neuen Tabellenletzten TG Waldsee. Danach steht ein weiteres Kellerduell auf dem Programm. Am Samstag, 17. November, müssen die Saarländerinnen um 18 Uhr beim Tabellenvorletzten TV Engers antreten. Der HSV Püttlingen hat sechs Punkte auf seinem Konto und damit zwei Zähler mehr als die beiden Schlusslichter, die jeweils vier Punkte haben.

Er kehrt schnell wieder als HSV-Trainer zurück: Hans-Werner Müller.
Er kehrt schnell wieder als HSV-Trainer zurück: Hans-Werner Müller. FOTO: Horst Klos_Friedrich-Ebert-Str.2 / Horst Klos (Klosfoto)