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Top-Talent spielt beim HSV Püttlingen
Das große Ziel der 16-Jährigen ist die Bundesliga

Eines der größten Talente im Saar-Handball: Torhüterin Jessica Wagner.
Eines der größten Talente im Saar-Handball: Torhüterin Jessica Wagner.
Püttlingen. Jessica Wagner spielt in der Jugend für Erstligist HSG Bensheim-Auerbach und bei den Damen für Oberligist HSV Püttlingen. Von Philipp Semmler

Jessica Wagner, Torhüterin des Handball-Oberligisten HSV Püttlingen, hat einen großen Traum. „Mein Ziel ist es, später in der Bundesliga oder der 2. Liga zu spielen. Am liebsten natürlich in der Bundesliga“, sagt die 16-Jährige selbstbewusst. In den Nachwuchsbereich eines Erstligisten hat es die Schülerin des Oberstufen-Gymnasiums Neunkirchen schon geschafft. Vor drei Jahren rief Martin Schwarzwald, Trainer der HSG Bensheim-Auerbach, bei Familie Wagner in Merchweiler an. Die Hessen suchten eine Torhüterin für ihre B-Jugend. Sie waren auf die Saarauswahl-Spielerin Wagner vom TV Merchweiler aufmerksam geworden. „Ich habe es mir kurz überlegt, weil ich dafür ja einiges aufgeben musste. Aber für den Traum von der Bundesliga habe ich dann zugesagt“, erzählt Wagner.


Schon zehn Tage nach dem Anruf stand sie zum ersten Mal für ihren neuen Club im Tor. Seitdem pendelt Jessica Wagner drei Mal die Woche nach Bensheim in der Nähe von Worms. Da sie noch keinen Führerschein hat, übernimmt Papa Jörg den Fahrdienst. Dabei hatte Familie Wagner nie etwas mit Handball am Hut. „Meine Freundin Franziska Will, die mittlerweile in Quierschied spielt, hat mich einmal mit zum TV Merchweiler genommen“, erzählt Jessica Wagner. Dort wurde ihre Begeisterung für den Sport geweckt. Seitdem ist die Familie mit dem „Handball-Virus“ infiziert.

Jessicas drei Jahre jüngere Schwester Joelle spielt ebenfalls seit einigen Jahren – auch im Tor. Die 13-Jährige steht für die HSG Marpingen-Alsweiler und mit Zweitspielrecht für die C-Jugend der SG Brotdorf/Merzig/Losheim in der Oberliga zwischen den Pfosten. „Joelle ist auch gut. Aber sie könnte noch besser sein, wenn sie mal mehr auf ihre Schwester hören würde“, erklärt Jessica Wagner lachend. Sie selbst suchte vor der Saison einen Verein im Aktiven-Bereich. Und fand den Oberligisten HSV Püttlingen von Trainer Miodrag Jelicic. „Mit gerade einmal 16 schon in der Oberliga zu spielen, ist echt super für mich. Die Erfahrungen bringen mich enorm weiter. In der A-Junioren-Bundesliga ist zwar ein hohes Tempo. Aber dafür fehlt den Spielerinnen noch die Erfahrung. Eine 26- oder 30-Jährige in der Oberliga kann das Spiel anders lenken oder die Ruhe bewahren.“



Bei der Suche nach einem Club im Aktiven-Bereich entschied sich Jessica Wagner unter mehreren Angeboten für das des HSV Püttlingen. „Ich habe mich dort direkt am wohlsten gefühlt“, erklärt die Schülerin. Dass ist immer noch so – obwohl der Saisonauftakt alles andere als berauschend war. Der HSV startete mit einer Niederlage im Pokal gegen Zweitligist SG Kichhof (10:39) und mit 0:4-Punkten in der Liga. Danach holten die Püttlingerinnen aber zwei Siege – ehe am Samstag der Aufwärtstrend gestoppt wurde. Bei der HSG Hunsrück gab es eine 28:31-Niederlage. „Die waren nicht besser als wir. Wir haben nur in den entscheidenden Situationen ein paar Fehler gemacht“, hadert Jessica Wagner.

An diesem Sonntag, 14. Oktober, um 16 Uhr erwartet der Tabellensiebte HSV Püttlingen den Tabellenfünften SF Budenheim im Trimm-Treff. Jessica Wagner ist sich sicher: „Mit der Qualität in unserer Mannschaft können wir oben mitspielen.“