Himmel und Hölle zugleich

„Wenn du aus dem Wald in die Sonne kommst, fühlst du dich jedes Mal, als würde dir die Energie aus den Knochen gesaugt“, fasste Sieger Vlad Ixel die Bedingungen des Hartfüßler-Trails zusammen. Dennoch hatten die Läufer Spaß.

Unbarmherzig brennt die Sonne mit 38 Grad auf das alte Grubengelände in von der Heydt. Die Luft steht. Es sind Bedingungen, bei denen für manchen selbst der Weg ins örtliche Freibad eine schweißtreibende Anstrengung ist. Trotzdem nahmen vor einer Woche fast 800 Sportler an einem der härtesten Läufe im Saarland teil. Der fünfte RAG-Hartfüßler-Trail führte die Teilnehmer über alte Bergmannspfade über die Halden in Püttlingen , Göttelborn, Brefeld und Saarbrücken.

Hartfüßler - der Name ist kein Marketing, er ist Programm. Es geht hart zu. "Denkt an Mütze und Sonnenschutz - auf den Halden wird es die Hölle", hatte der veranstaltende Verein Hartfüßler-Trail auf seiner Internetseite gewarnt. Trotzdem kamen die Teilnehmer aus ganz Deutschland, um dabei zu sein. Vlad Ixel war Sieger über die Langdistanz von 58 Kilometern - und er reiste sogar aus Hongkong an. Und obwohl der erfahrene Ukrainer schon oft sogenannte Ultrathons über 100 Kilometer gelaufen ist, machten ihm die Bedingungen zu schaffen. "Wenn du aus dem Wald in die Sonne kommst, fühlst du dich jedes Mal, als würde dir die Energie aus den Knochen gesaugt. Ich bemitleide jeden, der noch da draußen auf der Strecke ist", sagte Ixel, der nach 5:16:08 Stunden im Ziel ankam. Für den Hartfüßler-Trail hatte der 29-Jährige nur Lob übrig. Organisation und Streckenmarkierungen seien top, die Aussicht von den Halden "herrlich", meinte Ixel als er im Ziel geduldig auf seine deutsche Freundin wartete. Denn die nahm ebenfalls teil.

Die Faszination der Veranstaltung erklärte Hendrik Dörr vom Verein Hartfüßler-Trail: "Wir verbinden das saarländische Bergbau-Erbe mit der Natur und dem Laufen. Der Weg führt über die Halden vorbei an Bergwerken und durch den Urwald vor der Stadt. Das ist eine besondere Mischung. So hat unser Lauf einen gewissen Kultstatus erreicht." Das Besondere macht auch die außergewöhnliche Verköstigung aus. Dieses Mal wurden Schwenkbraten, Dibbelabbes, Flammkuchen und Wildschweinsalami aus dem Saarkohlewald an den Verpflegungsstationen gereicht. In der Summe ist es also kein Wunder, dass die 800 Startplätze bereits Mitte August vergeben waren. Manche Teilnehmer kamen aber nicht mehr in den Genuss der kulinarischen Köstlichkeiten. "Einige Läufer kamen mit der Hitze nicht zurecht. Sie brachen das Rennen vernünftigerweise ab", sagte Dörr: "Die Strecke führt über Stock und Stein. Man muss ständig aufpassen, wo man hintritt. Das ist eine andere Geschichte als ein normaler Marathon. Die 58- Kilometer-Läufer sind aber in der Regel erfahren. Sie wissen, was sie sich zumuten."

Das wusste auch Sebastian Meiser. Der Quierschieder war im Vorjahr noch über die Langdistanz gestartet, nahm dieses Mal nach Bandscheibenproblemen aber am 14-Kilometer-Lauf teil. "Wenn einen das Laufen erst einmal richtig gepackt hat, lässt es einen nicht mehr los. Dann ist so ein Rennen auch keine Quälerei, selbst wenn die Temperaturen dich wie heute ans Limit bringen", sagte Meiser - und ärgerte sich etwas, dass er in der letzten Kurve noch von zwei Läufern überholt worden war und so Vierter wurde. Für die meisten Sportler stand aber ohnehin nicht der Kampf gegen die Zeit, sondern gegen die Elemente im Vordergrund. "Wer bei dieser Hitze die Ziellinie überschreitet, der soll einfach stolz auf sich sein", sagte Dörr.

Zum Thema:

An der Fuji-Halde ging es extrem steil bergauf.

Auf Einen Blick Die Ergebnisse des 5. Hartfüßler-Trails: 58 Kilometer: Männer : 1. Vlad Ixel (The North Face ) 5:16:08 Stunden; 2. Dieter Ulbricht (laufkultur.de) 5:57:59; 3. Peter Magyar (ohne Verein) 6:25:22. Frauen : 1. Pamela Veith (TSV Kusterdingen) 5:58:00; 2. Tatiana Quesada (CAEG Luxemburg) 6:29:34; 3. Birthe Hilmes (LG Meulenwald) 6:32:36. 30 Kilometer: Männer : 1. Timo Schmidt (ohne Verein) 2:34:17 Stunden; 2. Fabian Grill (LTF Theeltal) 2:37:27; 3. Steven Gaborieau (Running Team Grafenberg) 2:40:45. Frauen : 1. Monika Wozna (Grafenberg) 2:50:11; 2. Josefine Lißner (Uni Stuttgart) 2:52:33; 3. Yasmine Jacobi (Recup Runners) 3:16:38 14 Kilometer: Männer : 1. Mensur Suetan (LAG Saarbrücken) 1:00:02 Stunden; 2. Jonas Held (ohne Verein) 1:00:56; 3. Jonas Klasen (Sitterswald) 1:01:33. Frauen : 1. Claudia Seel (Kirkel) 1:09:27; 2. Angela Schmitz (o. V.) 1:12:49; 3. Martina Honecker (LAG Saarbrücken) 1:13:36. 7 Kilometer: Männer : 1. Michael Kitzhöfer (ohne Verein) 34:52 Minuten; 2. Fridjof Gebhardt (ohne Verein) 38:25; 3. Florian Seel (TV Kirkel ) 40:03. Frauen : 1. Hannah Seel (LC Rehlingen ) 35:16; 2. Kira Martin (ohne Verein) 43:02; 3. Anna Große (LT Sitterswald) 46:02. mire