Hantelbank statt Ball in der Hand

Die Handballerinnen des HSV Püttlingen sind am Samstag bei der HSG Marpingen-Alsweiler Außenseiter. Die Tabelle und die Trainingsbedingungen sprechen für die Gastgeber. Trotzdem fiebert der HSV dem Duell entgegen.

Die Faschingszeit bedeutet für die Handballerinnen des HSV Püttlingen meist nichts Gutes. Die Püttlinger Trimm-Treff-Halle gehört in dieser Zeit den Jecken und Narren. Die Halle, die dem Oberligisten als Spiel- und Trainingsstätte dient, ist geschlossen - statt mit dem Ball in der Hand müssen die Damen auf die Hantelbank ausweichen. "Zwei Wochen ohne Training ist natürlich schon zu unserem Nachteil. Wir sind zwar regelmäßig ins Fitnessstudio ausgewichen, aber das ist eben nicht dasselbe", sagt HSV-Trainer Hans-Werner Müller vor dem Auswärts-Derby gegen die HSG Marpingen-Alsweiler an diesem Samstag um 20 Uhr.

Während die Püttlingerinnen sich Gedanken machen, strotzt Marpingen vor Selbstvertrauen. Die letzte Niederlage datiert vom 8. November, als die Mannschaft zuhause mit 24:28 gegen den FSV Mainz 05 II verlor. Seitdem errang der Tabellenzweite sechs Siege und spielte zwei Mal unentschieden, unter anderem gegen Tabellenführer Roude Léiw Bascharage. "Sie haben wirklich einen guten Lauf und sind sehr heimstark. Dennoch bin ich vor diesen Derbys immer besonders heiß", sagt HSV-Akteurin Aleksandra Jelicic: "Wir haben das Hinspiel zwar deutlich verloren (16:28, Anm. d. Red.), sind vielleicht nicht richtig fit, aber wir kennen den Gegner gut."

Kira Martin wird auf Püttlinger Seite fehlen, sie muss sich einer Mandel-Operation unterziehen. Und auch die Tabellensituation spricht für Marpingen . Denn der HSV liegt auf Tabellenplatz neun deutlich hinter dem Gegner. "Sie haben in dieser Saison eine starke Truppe zusammen, haben sich mit der Linkshänderin Lara Hanslik gut verstärkt. Trotzdem haben wir, außer im Hinspiel, immer gut gegen die Marpingerinnen ausgesehen", sagt Trainer Müller. Auch von einer Auswärtsschwäche will er trotz zuletzt zwei Niederlagen am Stück, bei der HSG Wittlich (28:29) und bei der SG Mainz-Bretzenheim II (25:31), nichts wissen. "Wir haben auch gegen Mainz-Bretzenheim eine sehr gute Halbzeit gespielt. Ich glaube auch, dass Marpingen durchaus Respekt vor uns hat und sich vom Hinspielergebnis nicht blenden lässt", sagt er.

Die Tabellensituation und der Abstand zu den unteren Rängen scheinen für seine Mannschaft noch recht komfortabel. "Wir müssen trotzdem etwas aufpassen, da wir nur wenige Heimspiele in der Rückrunde haben", warnt Müller. Der HSV Püttlingen nimmt die Außenseiterrolle am Samstagabend gerne an und verspricht sich ein offenes Lokalderby mit viel Spannung. "So eine klare Niederlage wie im Hinspiel wird uns sicher nicht mehr passieren", sagt der Trainer. Vielmehr will er die Serie des Tabellenzweiten brechen.