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Händel, Bach und der Klang der Alpen

Händel, Bach und der Klang der Alpen

Mit Bach und Händel, Steppenmusik und Missouri-Feeling – am Sonntag bieten zwei renommierte saarländische Akkordeon-Orchester Harmonikamusik vom Feinsten, um 17 Uhr im Kloster Heilig Kreuz.

Akkordeonmusik ist eintönig? Von wegen! Das Akkordeon ist ein vielseitiger musikalischer Kosmos, barock wie blue, es klingt nach Alpen, nach Meer, nach Jazz, Kirche und Beatkeller. "In Püttlingen begann alles mit der Gründung des Handharmonika-Clubs im Jahr 1936", schildert Gabriele Utter, seit Jahrzehnten Spielerin und Vorsitzende des Akkordeon-Orchesters Püttlingen . Leicht auszurechnen: Das heutige Ensemble feiert 80-jähriges Bestehen. Wie es sich gehört, mit einem Festkonzert, am kommenden Sonntag, 3. Juli, im Kloster Heilig Kreuz.

Zwei Ensembles, die Püttlinger Jubilare wie das renommierte Güdinger Orchester, wollen beweisen, dass das Handzuginstrument viel mehr kann, als die etwas despektierlichen Spitznamen "Quetschkommode" oder "Schifferklavier" vermuten lassen. Auf dem Programm stehen Werke der barocken Meister Georg Friedrich Händel oder Johann Christian Bach , aber auch der fetzige "St. Louis Blues March", unter anderem.

Zurück zur Geschichte des Vereins: Der frühere Püttlinger Musikalienhändler Artur Konrad wurde 1935, während seines Musikstudiums in Trossingen, auf die Harmonika aufmerksam und gründete nach seiner Rückkehr den "Handharmonikaclub Püttlingen ". "Ein Gründungsmitglied ist heute noch unter uns, und zwar der Günter Altmeyer, der den Werdegang des Vereines bis heute verfolgt und begleitet hat", sagt die Vorsitzende Utter.

In den Anfangsjahren wurde fast ausnahmslos auf diatonischen Instrumenten gespielt. Was das ist? Im Gegensatz zu den heute gebräuchlichen chromatischen Instrumenten, die auf Zug und Druck gleiche Töne produzieren, sind diatonische Instrumente wechseltönig, je nachdem, in welche Richtung sie bewegt werden. Tatsache ist: Durch den verbesserten Instrumentenbau und natürlich viel Übungsfleiß sind die Ensembles in der Lage, sowohl Sonaten von Scarlatti, als auch Jazzstandards, Deltablues oder hochmodern filigrane Kompositionen zu spielen.

Das Püttlinger Akkordeon-Orchester, früher als Hohner-Orchester bekannt, umfasst heute, im 80. Jahr seines Bestehens, 22 aktive Musiker. "Eine stattliche Zahl, die uns der Zuwachs von acht Spielerinnen im vergangenen Jahr beschert hat", resümiert Utter. Dirigentin ist seit vier Jahren Angelika Didas-Flory, die auch das Konzert am Sonntag, gemeinsam mit Eugen Tschanun leitet. Solist ist Alexander Flory. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt kostet acht, ermäßigt fünf Euro.