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Hände hoch fürs Handwerk - in Köllerbach

Ausbildung : Hände hoch fürs Handwerk

Energie-Dämmung, Dach- und Holzarbeiten: Köllerbacher Unternehmen gab Schülern Einblicke in die Arbeitswelt.

Hände hoch! Und zwar fürs Handwerk: „Boah, war das anstrengend, aber geschafft“, freut sich Violetta Grauberg. Sie geht auf die Gemeinschaftsschule und war mit ihrer Klasse bei der Helmut Dörr GmbH in Köllerbach. Deren Geschäftsführer Günter Wamme stellte erst einmal den Betrieb vor.

In der weiträumigen Werkhalle mit Holz, Dämm-Material, Ziegeln, Schiefer, Maschinen, Fahrzeugen, Eisen und mehr erleben die Schüler, wie Holzbau, Bedachung und Energieeffizienz unter professionellen Bedingungen funktioniert. Zumal Meister Wamme eine Wärmebildkamera mitgebracht hat, mit der die Schüler Dämm-Modelle testen können. Es folgt das eingangs erwähnte kräftezehrende Wettnageln, bei dem Violetta eine gute Figur macht: Während die Jungs ihre Nägel mit Kraft ins Holz treiben wollen und das im wahren Wortsinn oft schief geht, hämmert Violetta vorsichtig, aber stetig, so geht’s millimeterweise voran – „sitzt und passt“.

Die Kampagne „Hände hoch fürs Handwerk“ ist von der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), dem angeschlossenen Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum und dem Regionalverband Saarbrücken initiiert. Zur Kampagne gehören zehn praxisnahe Veranstaltungen in Betrieben. Es geht dabei auch um die Fachkräftesicherung im Handwerk und um Energieffizienz.

Zu Beginn der Veranstaltung bei der Firma Dörr stellte Steffen Sersch, Mitarbeiter der HWK, die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk vor. Anschließend erklärte Geschäftsführer Wamme bei der erwähnten Führung die beim Bau eines Holzhauses beziehungsweise im Bedachungsgewerbe bestehenden Ausbildungsmöglichkeiten der beteiligten Gewerke wie Zimmerer, Dachdecker, Klempner. „Sehr informativ“ fand Schüler Tobias Burgard den praxisnahen Schultag, goss aber gleichzeitig etwas Wasser in den Wein mit seiner Wertung: „Handwerk, gut und schön, aber mein Ziel bleibt das Abitur und das Studium.“ Ein Trend, der deutschlandweit beobachtet wird: Der Anteil der Schüler mit erfolgreich abgelegtem Abitur ist zwischen 2006 und 2016 von 30 auf 41 Prozent gestiegen. – Wobei Abitur natürlich nicht vom Einstieg ins Handwerk abhält. Auch bei Dachdeckern kann Handwerk goldenen Boden haben.