Gastfamilien gesucht: Gut erholt ging’s zurück nach Weißrussland

Gastfamilien gesucht : Gut erholt ging’s zurück nach Weißrussland

Auf Einladung des Vereins „Kinder von Tschernobyl“ waren 23 Jugendliche und ihre zwei Betreuerinnen im Köllertal zu Gast.

23 Jugendliche und ihre zwei Betreuerinnen sind am Sonntag wohlbehalten daheim in Weißrussland angekommen. Die Gruppe aus der Region Shitkowitschi nahe der Grenze zur Ukraine war zuvor drei Wochen auf Ferienfreizeit im Köllertal zu Gast, auf Einladung des Püttlinger Vereins „Kinder von Tschernobyl“.

Rückblende: Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk von Tschernobyl in der Ukraine zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Zwei Explosionen zerstörten einen der vier Reaktorblöcke und schleuderten radioaktives Material in die Atmosphäre, weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine wurden verseucht. Die radioaktive Wolke zog bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap.

Obwohl die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl mehr als drei Jahrzehnte zurückliegt, ist die Gesundheit der Kinder, die nach 1986 geboren sind, immer noch stark beeinträchtigt. Auch heute noch haben viele Jungen und Mädchen Schilddrüsenkrebs und ein geschwächtes Immunsystem.

Der Verein „Kinder von Tschernobyl“ mit seinen rund 200 Mitgliedern hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr für drei Wochen Kinder aus dieser Region zur Erholung ins Saarland einzuladen. In diesem Jahr haben die Jugendlichen Trier mit seinen Sehenswürdigkeiten besucht, das Erlebnisbergwerk Velsen, den Gondwana-Park in Reden und den Holiday-Park in Hassloch. Sie waren zum Kartfahren in Bous, zum Brotbacken im Backhaus Rittenhofen und zum Grillen am Naturfreundehaus Kirschheck. Das berichtet Vereinsmitglied Hilde Holzer, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

Und vor der Rückreise gab es ein Abschlusstreffen im Naturpark Kallenborn in Obersalbach. Höhepunkt des Aufenthalts im Köllertal war wieder das Sommerfest auf der Anlage des HSV Püttlingen im Espenwald. „Gleich zu Beginn überraschten die Quadfreunde Niederwürzbach, die mit mehreren Quads erschienen. Großer Ansturm herrschte, weil jeder gern auf dem Sozius eine Tour durch den Espenwald drehen wollte“, sagt Hilde Holzer. Magierin Natalie lud zum Zauberzirkus ein, unter Anleitung von Abess Diouf durfte kräftig getrommelt werden. Und darüber hinaus gab es zahlreiche Spielangebote für die kleinen Gäste.

Zwischen 5000 und 6000 Euro habe der Verein für die sehr gelungene Ferienfreizeit aufgewendet, bilanziert Hilde Holzer, den Großteil für die Hin- und Rückfahrt per Bus. Einnahmen erwirtschafte der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Veranstaltungen wie das Fest im Espenwald. Eine Sorge drückt den Verein. Es sei immer schwieriger, Gastfamilien zu finden, die Kinder beherbergen. „Diesmal waren es 14 Gasteltern, die meisten machen schon lange mit. Nur eine Gastfamilie ist dieses Jahr neu hinzugekommen“, sagt Hilde Holzer. Dennoch: der 19. Auflage der Ferienfreizeit werde im kommenden Jahr die 20. folgen. Holzer: „Die Jugendlichen aus Weißrussland werden wieder in den ersten drei Wochen der Sommerferien im Saarland zu uns kommen.“

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